Aufschreien gegen Sexismus


4.02.2013 17:14

anna nym


ich war spazieren an einem Fluss. Ein junger Mann fährt mit dem Mofa hinter mir. Ich bin in Gedanken, nach ner Zeit wundere ich mich, dass er nicht überholt. Ich bleibe stehen und schaue ihn mit durchdringendem Blick genervt an. Er überholt und fährt nun zugügiger weiter.
An einer Unterführung (die recht breit und groß ist) - der Weg geht unter einer Autobahn entlang - merke ich, dass er darunter im Dunkeln wartet.
Mir wird mulmig, da es dämmerig ist und niemand in der Nähe. Es ist Schrebergärtengelände und im Herbst.
Als ich an ihm vorbeigehe, merke ich, wie er mir folgt und näher kommt. Ich bekomme Angst und schreie um Hilfe und flühchte ein paar Schritte.
Da passiert etwas Verrücktes in mir. Ich erkenne urplötzlich, wie idiotisch es in dieser Situation ist , um Hilfe zu schreien. Erinnere mich, dass man keine Angst zeigen soll und plötzlich legt sich ein Schalter in mir um. Ich werde total wütend (auch wenn darunter immer auch noch Angst ist), gehe auf ihn zu und schreie ihn total an. "Verpiss Dich! Aber sofort!"
Jetzt ist er plötzlich erschrocken, ich sehe, dass es ein Jugendlicher ist. Er schwingt sich auf sein Mofa und fährt in die Richtung aus der wir kamen weg.
Auf der anderen Seite des Flusses führt auch ein Weg stadteinwärts, dort sehe ich ohn wieder. Ich bin inzwischen so geballt voll Wut, dass ich nochmal lauthals über den Fluß schreie, "da wär er ja schon wieder. Er solle gefälligst verschwinden." Ich sehe ihm seinen Horror an.
Was für eine Genugtuung! Ich bin stolz, verdattert, durcheinander und gleichzeitig steckt mir immer noch die Angst in den Knochen.
dieser Typ hat sich abschrecken, einschüchtern lassen - ein anderer hätte vielleicht ganz anders reagiert - ich habe Glück gehabt. Scheiße. Scheiße! Es ist einfach letztlich Glück, wenn man als Frau solchen Situationen entkommt!


(Eintrag als thematisch unpassend melden)

Links

Ressourcen