Aufschreien gegen Sexismus


17.12.2013 13:56

anonym


Lose Sammlung verschiedener Situationen (Achtung, Triggergefahr)

... mit 12 Jahren auf dem Geburtstag einer Freundin: wir (einige Mädchen) gehen abends noch raus. Bei dem Spaziergang treffen wir auf einen Klassenkameraden meiner Freundin und zwei Freunde von ihm. Sie belästigen uns, einer bohrt mir von hinten mit einem Stock in den Schritt. Ich schreie ihn an und trete ihn in die Eier. Bisher das einzige Mal, dass ich so was gemacht habe. War ich mit 12 womöglich mutiger als jetzt?

... in der 9./10. Klasse: Mein Englisch- und Sportlehrer (ein schmieriger, ekelhafter Sexist und Rassist) sagt zu meiner Mutter am Elternsprechtag, dass es "ja immer so nett aussehe , wenn die Mädchen auf dem Schwebebalken turnen". Das bestätigt nur mein ungutes Gefühl während des Sportunterrichts, wenn er betont "hilfsbereit" den Leuten an den Turngeräten hilft (ich erinnere mich nicht mehr, ob er so "hilfsbereit" egal ob bei den Mädchen oder den Jungen war).
Im Englischunterricht imitiert derselbe Lehrer abfällig "das indische" Englisch und lässt klar heraushängen, dass er Englischvarietäten, die in Indien gesprochen werden, für primitiv hält.
Obwohl dieser Lehrer schonmal auf offiziellem Wege auf dem Kieker war, hat er bis er 63 Jahre alt war unterrichten dürfen. Bestimmt keine Ausnahme – will nicht wissen, wie viele Lehrer_innen sich explizit sexistisch/rassistisch/klassistisch/etc. verhalten...


... im Auslandssemester: ich lerne einen Typen kennen, bin verliebt. Nach dem ersten Kuss gehen wir noch ans Flussufer. Dort grapscht er mir an die Brüste und sagt "J'ai envie de toi" (ich habe Lust auf dich). Meine Alarmglocken klingeln, aber ich ignoriere sie und lasse ich mich auf ein nächstes Treffen ein. Wir treffen uns erst draußen, gehen dann zu ihm. Wir schlafen miteinander – ich wollte es eigentlich nicht und habe nur mitgemacht aus Angst, er würde mich vielleicht zurückhalten, wenn ich mich anziehen und diese Wohnung verlassen würde.

... zu Besuch bei den Eltern eines Freundes: seine Mutter macht Müsli zum Frühstück (wohlgemerkt macht immer seine Mutter das Essen, nicht sein Vater). Sie bereitet extra "Frauenportionen" und "Männerportionen" zu. Die Frauenportionen sind in kleineren Schälchen als die Männerportionen... Sie geht also davon aus, dass "Männer" per se mehr Hunger haben oder mehr Essen brauchen als "Frauen". Anstatt einfach zu fragen, wie viel oder wenig Hunger die anwesenden Frauen und Männer gerade so haben.
Willkommen in den Geschlechterstereotypen im Bereich Ernährung!

Ich habe mich auf einige ausgewählte Beispiele für Alltagssexismus in meinem Leben beschränkt. Beim Schreiben sind mir noch mehr Situationen eingefallen, die ich schon fast vergessen hatte. Der gesamte Blog hier spricht ja ohnehin für sich, was alles für 'ne Scheiße passiert...





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