Aufschreien gegen Sexismus


28.08.2013 20:42

An.Onym


14 Jahre alt: In der Schule im Physik-Saal als Einzige nen Platz auf einer der hinteren Bänke abbekommen. Der Lehrer leider von der Sorte: Klein, glotzend und grabbelnd. Notenverteilung bei den Mädchen anhand der Sichtbarkeit der Oberweite, und aufgrund von Stillhalten beim Streicheln über Oberarme und Busen-Seite. Ich war zu unsicher, um etwas zu sagen oder zu tun. Aber irgendwer muss was getan oder gesagt haben, denn er wurde samt disziplinarischem Verweis "gegangen". Ich war erleichtert...

17 Jahre alt: Karneval - Mit Freunden auf einer Sitzung gewesen, gefeiert. Kostüm: Piratenbraut (allerdings mit weiten Pumphosen und hohem geschlossenem Kragen am Hemd - nicht im Geringsten "aufreizend") Nach der Sitzung im Stammlokal gewesen, weiter gefeiert & getanzt. Angetanzt worden von alkoholisiertem etwas älterem (jungen) Mann. Er griff mir an den Busen, mit der Frage: "Ui, sind die echt?!" ... ich war kurz wie erstarrt. Dann hab ich ihm in den Schritt gefasst, und zurückgefragt: "Ui, ist der echt?!" ... Er ging. Ich blieb, aber die ausgelassene Laune war "weg". Aber wenigstens hab ich mich nicht mehr hilflos und ausgliefert gefühlt.

19 Jahre: Auf dem Weg von einem lustigen Abend in der Altstadt. Zwei komische Typen, die immer "dran blieben", anzühglich wurden, aufdringlich, demonstratives "sich im Schritt rumgrabbeln" und dann versuchte Handgreiflichkeiten. Lautes Brüllen, und gezielter Einsatz eines Regenschirms später. Ich durchgeschwitzt und aufgewühlt, ein Kerl mit ziemlich zerkloppt aussehendem Gesicht, einer auf dem Boden zusammengerollt mit den Händen im Schritt. Zwei sehr sensible Polizei-Beamte mit Anerkennender Miene und Achtung vor mir. Die Kerle waren schon bekannt, und haben Konsequenzen abbekommen.

20 Jahre: Nach einer Feier von einem "frisch kennengelernten" Mann, der mir wirklich sympathisch war, noch einen Spaziergang aufschwatzen lassen. Eigentlich ging mir alles zu schnell, ich war beschwipst, und mein "nein" wohl nicht deutlich genug. Dass er sich beim Verabschieden so lange an mir "gerieben" hat, bis es ihm kam, war mir mehr als unangenehm. Dummerweise war er stärker und hat geklammert.

20 bis 28: dem Alk immer mehr zusprechender "deutlich älterer Partner", der unter Alk kein Nein gelten ließ, und notfalls auch die Faust nutzte, um seine Meinung "zu verdeutlichen" und diverse "Affären" hatte, weil ich nicht "willig" genug war. Nie wieder! War kein schönes "Lernen"... Irgendwann hab ich ihn auf die Bretter geschickt, und bin gegangen.

Heute: ein Partner, der aufmerksam, liebe- und verständnisvoll, hilfsbereit und nicht patriarchalisch ist und mir zugestehen kann, daß ich zwar (auch, genau wie er) kochen kann, aber ihm in "Technik" und "Werken" und den normativ "maskulinen" Begabungen haushoch überlegen bin, aber dafür einen "Braunen Daumen" habe und kein Hausmütterchen bin. Der mich für meinen Witz, und meine teilweise sehr kernigen Sprüche durchaus schätzt, der mich sein lässt, wie ich bin, und mich trotz (oder wegen? :) ) all dem liebt. Auch wenn er bisweilen mit einem breiten Schmunzeln den Männerbeauftragten fordert, wenn ich wieder mal zu sehr aufdrehe...


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