Aufschreien gegen Sexismus


4.07.2013 13:06

Anonym


Eine Kollegin in einem Gespräch zur Frauenquote für die Uni sagt: Ich finde es nicht gut, dass Frauen aufgrund einer Quote eine gute Stelle bekommen. Schließlich ist es die Qualifikation, die zählt. In ihrer Uni (FB Geologie) hätten sich auf eine Stelle nur "minderqualifizierte" Frauen beworben. Die Männer wären einfach besser qualifiziert.
Dieses von Männern in die Diskussion geworfene Vorurteil sitzt.
Das es oft anders ist, erlebte ich bei einem Berufungs-Hearing an der Uni als Studentin.
Die eingeladene Frau, die den Vortrag zu dem Forschungsgebiet hielt , war nicht nur sehr viel besser als der ebenfalls eingeladene Mann, der sich auf die Stelle bewarb. Ihr Lebenslauf und ihre Publikationen zeigten dieses eindeutig. Aber oh Wunder, wie sich noch während des Hearings zeigte, kannte der Professor den männlichen Bewerber persönlich. Obwohl das Forschungsthema banal und der männliche Bewerber eindeutig schlechter qualifiziert war bekam dieser die Stellenzusage.

Im Treppenhaus unterhielt sich leitende Professor mit mir und meinte in Bezug auf das Hearing:" Also die Frau war nicht wissenschaftlich qualifiziert und außerdem sei sie zu weiblich gekleidet!"
Das verschlug mir die Sprache, denn besagte Frau trug ein Kostüm, mit knielangem Rock, der in Amerika als typische Business- Kleidung gilt. Hätte sie eine lange Hose getragen wäre sie wahrscheinlich zu männlich gewesen....

Unnötig zu erläutern, dass der Mann, der die Stelle bekam, einen 3 Tage Bart und Schlabberpulli trug. Wir sind ja alle so alternativ...


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