Aufschreien gegen Sexismus


Wofür diese Seite gut ist

Hier werden Erlebnisse zu Sexismus, Homo-, Queer- und Transfeindlichkeit und zu Rassismus, Klassismus und Ableismus, den Frauen erleben, gesammelt. Das können Kleinigkeiten sein, die sich wie Alltag anfühlen oder sexualisierte Übergriffe und Gewalt, Sachen, die euch lähmen oder aufregen, die euch nerven oder stören. Beschreibt sie so lang oder kurz, wie ihr wollt — gerne anonym. Sexismus ist keine Bagatelle, sondern ein ernsthaftes Problem, das wir nicht akzeptieren wollen.

Eure Geschichten helfen, darauf aufmerksam zu machen:


Triggerwarnung: Im Folgenden finden sich Beschreibungen sexualisierter Gewalt, die nicht eigens gekennzeichnet sind.

3.04.2013 16:17

Anonyma


Männlicher Verwandter, der bei jedem Familientreffen meine volljährige Tochter fragt, ob sie einen Freund habe. Eigentlich will er ja nur wissen, ob sie schon Sex hatte. Ekelhaft!

Die Rollenverteilung bei Familientreffen habe ich seit ein paar Jahren eingestellt. Ich mache fast gar nix mehr und lasse mich bedienen wie die Männer. Das zieht zwar üble Rede und böse Blicke nach sich, aber ist mir egal. Mittlerweile wird mir von der lieben Verwandtschaft sogar nicht mehr zum Geburtstag gratuliert ... Da sieht man dann, was man denen wert ist! Meine Erkenntnis: Besser spät als gar nicht gemerkt. Man lernt das ganze Leben dazu!

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3.04.2013 15:19

Rötliches Kamel


"Ich kann nicht, ich habe meine Tage" wird, wenn überhaupt einmal vorgebracht, allgemein nicht als Entschuldigungsgrund akzeptiert. Übrigens auch von Frauen nicht.

Werbung gaukelt uns vor, dass wir nur den richtigen Tampon bräuchten, schon sei es auch mit Leistungsabfall, Schmerzen, Unlustgefühlen und so weiter vorbei und es ginge uns trotz Regel blendend. Erkältungskranke oder verkaterte Menschen bekommen im Allgemeinen mehr Mitgefühl als Menstruierende, die vor Schmerz nicht sitzen können (oder nicht gehen/stehen/was auch immer).

Und die Tage sind etwas, worüber man nicht offen spricht, allenfalls verschämt in Frauenrunden. Dafür dürfen aber schlechte Witze und abfällige Sprüche darüber gemacht werden.

So fühlt sich dann jede irgendwie allein mit ihren Regelproblemen. Statt dessen müsste doch ihr Umfeld akzeptieren, dass es ihr eben alle paar Wochen einfach mies geht.

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3.04.2013 15:01

Julia


Ein Focus-Artikel mit dem Titel "So vergewaltigt man einen Luxusschlitten"
[Link entfernt, wir wollen denen keine Klicks liefern.]

Es ist mir SCHEISSEGAL, was mit dieser Karre passiert. Nutzt sie meinetwegen für Schweinetransporte. Aber ein Auto wie einen Gebrauchsgegenstand zu benutzen ist KEINE Vergewaltigung und ein solcher Titel in einem semi-seriösen Magazin ist schlichtweg sexistisch und brutal!

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3.04.2013 14:48

Anonym


Der Online-Griechisch-Sprachlernkurs auf [Link entfernt, wir wollen denen keine Klicks liefern.], in dem nur sexistische "Lernbilder" vorkommen, jede Frau (fast) unbekleidet ist und der Satz "Sie putzt das Auto" mit einem Bild einer nassen Go-go-Tänzerin auf einem Ferrari bebildert ist...

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3.04.2013 12:55

Kathrin


nur ein paar Beispiele aus Bilderbüchern für Kinder unter 2:
- in einem 80 handelnde männliche Personen zu 4 weiblichen.
- der Junge klettert auf den Stuhl, das Mädchen steht vor dem Kleiderschrank in rosa Unterwäsche und zieht sich an.
-die Bäurin füttert die Tiere, der Bauer fährt Traktor und hat natürlich einen Jungen als Mitfahrer
-Lokführerinnen, Baggerfahrerinnen...? Fehlanzeige!
Das sind die frühesten Bilder, die unsere Kinder prägen und sie vermitteln unter anderem: männlich=aktiv, weiblich=passiv

unter pinkstinks gibt es eine Petition an den Werberat, Werbung, die mit "ironisch" sexistischen Mitteln spielt, zu untersagen, da gerade Kinder, die diese Ironie nicht begreifen können, von diesen Bildern geprägt werden.

Und wo finde ich gerechtere Bilderbücher für mein Kind, die ich mit ihm, ohne mich dabei aufzuregen, anschauen kann???

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2.04.2013 14:13

Anonym


Dass [DOCTOR WHO-SPOILER, neue Folge!!] Clara Oswin Oswald auch nur durch einen Zufall und Einfluss von außen zu der awesome kompetenten Person wurde, weil eine "einfach so" geekige Frau wohl einfach zu viel wäre in dieser Welt.

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2.04.2013 14:09

Anonym


Der Typ heute, der das Raststättenklo bewacht/geputzt hat/Geld einsammelt und sich bemüßigt fühlt, mir zu sagen, was für eine schöne Frau ich bin, als ich tatsächlich ein paar Cent auf den Teller lege.

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2.04.2013 13:34

Anonym


Schon vier Mal passiert, und auch öfter von Freundinnen erzählt bekommen: Ich treffe mich mit einem Mann, den ich sympathisch, aber nicht unbedingt anziehend finde. Im Laufe des Abends versuche ich das auch freundlich aber klar zu kommunizieren. Zum Abschied hebt mich der Mann dann einfach hoch. Kurz runter gebeugt, Arme um die Hüften geschlungen und hochgehoben.
Meistens fand ich den Abend wirklich nett und mir ist die Situation zu blöd, um irgendwie zu schreien oder so. Es ist auch in keinem Fall bedrohlich gewesen oder so. Aber wer körperlich der Stärkere ist, wurde mal eben kurz klar gestellt.

Hab immer 'runter gerufen', dass ich das ziemlich unangenehm finde. Besagte Männer haben mich dann natürlich auch wieder runter gelassen und sich entschuldigt.
Aber gerade wenn es jemand macht, mit dem man wirklich gern befreundet ist, bleibt echt ein schaler Nachgeschmack.

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1.04.2013 21:23

Anonym


Mit absoluter Fassungslosigkeit reagierte ich (Anfang 30) auf die Reaktion meiner Vorgesetzten, als ich ihr von meiner Schwangerschaft mitteilte. Anstelle einer Gratulation, wurde mir mitgeteilt, dass ich mir doch bitte ganz genau überlegen solle, ob ich dieses Kind wirklich bekommen will. Denn sollte ich mich für das Kind entscheiden, wäre meine "Karriere in dieser Firma beendet". Ein von ihr lediglich gut gemeinter Rat. AUFSCHREI!!!!!!!!!!!!!

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1.04.2013 9:06

Privates und nichtprivates Glück


Dass bei privaten Familienfeiern quasi erwartet wird, dass die Frauen den Laden schmeißen. Kochen, backen, servieren, abräumen, spülen....alles aus Frauenhand. Wo leben wir eigentlich?

Das Gleiche Trauerspiel in allen Schulen - bis in die Oberstufe: Wer soll für die Schulfeier backen, Salate richten, die Kuchenbar bedienen? Na die Mütter. Ganz selbstverständlich. Da hört dann auch das Gymnasium auf, akademische Denkweisen anzustreben.

Und die Väter? Wenn überhaupt, dann sollen sie Stühle von A nach B transportieren.

Weil Frauen keinen Stuhl tragen und Männer keine Kuchen backen oder aufschneiden können!? Wie bitte?

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1.04.2013 2:08

Genervt...


Oder meine Mutter... Immer nervt sie mich damit bzw. Beschwert sich darüber, dass mein Freund so viel im Haushalt "helfen muss, obwohl er so hart arbeitet". Waaaaaht the fuck??? WIR arbeiten BEIDE "hart" und genauso lang, haben beide keine große Lust zur Hausarbeit und haben sie gleichmäßig aufgeteilt (muss ja sein, damit man sich wohl fühlt). Klappt für UNS BEIDE sehr gut... Also was ZUM TEUFEL hat SIE da eigentlich zu sagen/meckern...? Mein Vater hat "komischerweise" kein Problem damit, im Gegenteil... Aber selber zu Hause anpacken? -Wieso den? - Muss er ja nicht... (Augenrollen)

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31.03.2013 23:41

Semi


Gestern in der Disko: Ich war nur mit einer Freundin da, die ziemlich schnell einen Kerl abgeschleppt hat. Also war ich alleine auf der Tanzfläche, wo mich x-beliebige Typen angemacht, begrapscht und anderweitigt belästigt haben, obwohl ich sie dazu nicht aufgefordert habe (habe keine Blickkontakt hergestellt oder sonst was).
Später als ich in einem Mc Donalds auf die Bahn gewartet habe, wurde ich ebenfalls von einem Typen angemacht, obwohl ich wieder keinerlei Interessenszeichen gezeigt habe und sogar demonstrativ Musik gehört und gelesen habe.
Mein Freund meinte, ich hätte mich nicht so "sexy" anziehen sollen (Ein kurzer Rock mit Leggings und einen Pulli mit etwas tieferen Ausschnitt). Doch das sehe ich gar nicht mal an. Kann man sich als Frau nicht so anziehen wie man will und alleine tanzen ohne als "Freiwild" betrachtet zu werden?

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31.03.2013 17:20

Wölfe in Schafspelzen, überall


Psychiatrie, ich war als Jugendliche wegen erlittener sexualisierter Gewalt dort, jedeR vom Personal wusste das.

Es war ein dort typischer Nachmittag mit Kartenspielen am Gemeinschaftstisch, als einer der Zivildienstleistenden auf irgendeine Bemerkung von irgendjemandem hin sinngemäß meinte, dass irgendeine Frau gar nicht schön genug wäre, um vergewaltigt worden zu sein. "Wer würde die schon wollen."
Ich sah ihn an, schwieg erstmal ungläubig, wurde dann wütend und fragte, ob man seiner Auffassung nach also, wenn man gut aussehe, vergewaltigt werde.
Er begriff weder das, was er da gesagt hatte, noch hatte er genug Wahrnehmungsvermögen, um auch nur ein Quäntchen meiner Emotionen lesen zu können. - Er fand das alles offenbar sehr witzig, glaubte, sich gut zu unterhalten, grinste amüsiert und antwortete, dass das so wäre.

Ich bin aufgestanden, in mein Zimmer gegangen und habe vor Wut und Schmerz gezittert und geweint.
Er kam hinterher, offenbar ehrlich betroffen (und da erst realisierend, was er da eigentlich redete und mit wem), versuchte, mich zu umarmen (!), ließ davon gleich ab, als ich ihm sagte, er solle seine Griffel bei sich behalten und stand dann hilflos in der Tür, er habe das doch nicht so gemeint. Ich habe ihm das sogar geglaubt, nur macht das nichts besser, eher schlimmer.
Wenn es normal ist, solche Scheiße auch dann von sich zu geben, wenn man sie nicht meint, und wenn es normal ist, überhaupt nicht über solche eigens gemachten Aussagen zu reflektieren, dann ist das ignorant und verantwortungslos und in Folge daraus 'aus Versehen' gewalttätig, nichts anderes.

Im übrigen hielt nur meine damalige Zimmergenossin es für ratsam, sich zu positionieren, alle anderen, inklusive anwesendem Personal, ließen mich damit allein und übergingen den Vorfall. Klar, ist ja auch bloß eine Psychiatrie, da soll man sich ja mal nicht so anstellen und muss das abkönnen, wird schon nicht so schlimm gewesen sein.
Und was keiner sieht, ist auch nicht geschehen, also ist Sinne verschließen wohl kein Akt der Gewalt, sondern löscht diese irgendwie auf magische Weise aus. Ich hätte nur auch mitmachen müssen.

Sämtliche (eigentlichen) Hilfseinrichtungen und (angeblichen) HelferInnen, die ich in meinem bisherigen Leben kennen gelernt habe (eine Psychiatrie, zwei auf sexuelle Gewalt spezialisierte Beratungsstellen, eine Beratungsstelle extra für Frauen, das örtliche Jugendamt), haben entweder nichts getan oder mich noch mehr verletzt, als ich es zuvor schon war.
Ich habe keinerlei Vertrauen mehr in solche Einrichtungen/Menschen. Meiner Erfahrung nach ist dort nie (nicht ein einziges Mal!) mit Hilfe zu rechnen, stattdessen steht man hinterher noch viel verwundeter da als vorher. Es ist ein einziger Hohn.


(Ein großes Dankeschön an die Personen, die sich die Mühe machen, diesen Ort hier bereitzustellen. Und ein ebenso großes Dankeschön an alle, die hier geschrieben haben. Es rückt meine eigene Beurteilung der Vorfälle wieder in mein eigenes, unverzerrtes Licht, indem es meine eigene Wahrnehmung nicht nur nicht wegredet, sondern zudem unterstützt. Einen möglichst angenehmen Frühling euch allen.)

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31.03.2013 15:10

Nachrichten


"... unter den Opfern waren auch [Zahl einfügen] Frauen und Kinder."
Ich habe noch nie verstanden, was diese Aussage mir sagen soll.
Dass männliche Opfer kein Bedauern/keine Erwähnung wert wären? Dass es etwas unerhörtes und seltenes wäre, dass unter Opfern Frauen und Kinder zu finden wären und dies deshalb extra erwähnt werden müsste, und dass der Normalfall anders aussehen würde (obwohl jede Person weiß, dass das nicht stimmt, weil der Satz immer fällt)?
Dass junge Opfer jeglichen Geschlechts, und Opfer jeden Alters mit weiblichem Körper eine zusätzliche Erwähnung wert seien, so wie es nach einem Raub eine extra Erwähnung wert wäre, dass sich unter den gestohlenen Gegenständen auch ein Monet/wieauchimmer befunden hat - so als wären Frauen und Kinder besonders wertvolle Besitztümer und deren Verschwinden eine besondere Demütigung und ein besonderes Ärgernis für den Besitzer?
Oder einfach nur: ach, übrigens, da gibt es ja auch noch Frauen und Kinder, und nicht nur Männer, falls ihr das bei all den Nachrichten, die sich ausschließlich um Männer kreisen, vergessen haben solltet? Oder werden hier Frauen und Kinder wieder mal als Ressourcen (des Bevölkerungswachstums) betrachtet und deshalb erwähnt, und stellt deren Tod deshalb eine besonders bedauerliche Nachricht dar?

An wen wenden sich solche 'Nachrichten'? An extrem wirklichkeitsfremde Männer, die so um sich selbst kreisen, dass sie extra daran erinnert werden müssen, bei Katastrophen-Meldungen nicht nur an ihre männlichen Mitmenschen denken zu denken?

Oder existiert der Satz, weil es das Wort 'Opfer' gar nicht in weiblicher Form gibt, sondern bloß in geschlechtsneutraler und weil geschlechtsneutrale Formen hinlänglich grundsätzlich als ausschließlich männlich gedacht werden?
Oder existiert der Satz aus dem gegenteiligen Grund: weil Opfer per se nur Frauen und Kinder sein könnten und jeder 'echte' Mann sich davon distanzieren müsste und deshalb immer ein: "Unter den Opfern waren auch Frauen und Kinder" angehängt wird, als nachträgliche 'Ehrenrettung' der sogenannten 'Männlichkeit' der betroffenen Männer, die durch das Wort 'Opfer' infrage gestellt würde?

Egal was davon stimmt, eins ist in jedem Fall gleich: Es ist hirnrissig, wahrnehmungsgestört und ernsthaft verrückt.

Ich frage mich, was geschehen würde, wenn es in Nachrichten heißen würde: 'Unter den Opfern waren auch [Zahl einfügen] erwachsene Männer.'

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30.03.2013 22:52

Anonym


Wenn ich mit einem Mann* über Sexismus rede und er einen auf verständnisvoll macht, mir dabei aber erklären will, warum Sexismus doch heute kein Thema mehr ist ("die wirtschaftlichen Verhältnisse bestimmen die Klassen, da hat Geschlecht kaum mehr eine Wirkung...") und im Weiteren äußert, das sei ja alles ganz in Ordnung mit Gleichberechtigung und so, aber da gäbe es ja auch wirklich diese Frauen, die das immer so übertreiben und ganz er- bzw. verbittert dieses Thema in ihren Beruf mischen, wo es nicht hingehört und der mir dann von jemandem erzählt, mit der er beruflich zu tun hat und die eine Lesbe ist. Um gleich hinzuzufügen, dass das natürlich ganz okay ist und kein Problem, nur dass sie eben immer so feministisch agiert.... Ohne Worte! Merken manche Männer* eigentlich nicht, mit wem sie reden?!

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30.03.2013 21:19

Gegen Einheitsbrei im Namen des Geschlechts


Die Tatsache, dass ich, wenn ich mich nicht vor anderen weiblichen Menschen umziehen bzw. ausziehen (Umkleidekabinen, innerfamiliär, Jugendherbergen/Klassenfahrten/Hotelzimmer) wollte, nahezu grundsätzlich einen der folgenden Sätze zu hören bekam:
"Du hast auch nichts anderes als ich", "Wir sind doch unter uns", "Wir sind doch alles Mädchen/Frauen", "Ich guck dir schon nichts weg".
So als wäre es in einem Raum mit ausschließlich gleichgeschlechtlichen Personen unnötig, auf Privatsphäre und Grenzen/Grenzverletzungen zu achten. So als müsste ich, nur weil mein Gegenüber auch einen weiblichen Körper hat, etwas, das für mich intim ist, mit ihr teilen und auch wollen, dass sie selbiges mit mir teilt. Und so als wäre es verboten, beleidigend oder gemein, "unter uns Mädchen/Frauen" Abstand zu wollen.
So als gäbe es da keinen Grund für Distanzwünsche. Was letztlich bedeutete, dass mein Unwohlgefühl, mein Nicht-Wollen nicht als Grund zählte. "Weil wir ja alle Mädchen/Frauen sind".

Ich habe das gehasst, jede einzelne Sekunde davon.

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30.03.2013 1:12

Anonym


Wenn mein Freund wegen Stress in der Arbeit schlecht gelaunt ist (was häufig vorkommt), bin ich aufmunternd, verständnisvoll, liebevoll... die ganze Palette weiblicher Rollenanforderungen läuft automatisch ab. Heute war's einmal umgekehrt: Ich hatte mehr zu tun als ich leisten konnte, war mürrisch, gestresst etc. Reaktion: Abwehr und Zurechtweisung, dass ich schlechte Laune verbreite. Er hat mich nicht mehr angesehen und auf mich gar nicht mehr reagiert. Als ich dann einfach in ein anderes Zimmer gegangen bin, wurde mir das sofort vorgeworfen als Überreaktion. Die unterbewußt zugrunde liegende Annahme erscheint mir wie folgt: Männer dürfen ihren schlechten Gefühlen freien Lauf lassen und dürfen mit der Unterstützung der Frauen rechnen. Wenn Frau dasselbe tut, ist sie nicht mehr liebenswürdig. Was würden eigentlich all die Männer tun, denen bei Stress im Job immer von der Frau Unterstützung zukommt, wenn diese emotionale Unterstzützung mal kategorisch ausfiele? Und wie würde sich das Berufsleben für Frauen verändern, wenn sie in Stressituationen alles zuhause abladen könnten und trotzdem umhegt und gepflegt werden würden...?

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30.03.2013 0:49

Anonym


Ich betrachte diese Belästigungen seit den 90er Jahren, als ich ein "Teenager" war: Der Unterschied vom Neutrum-Sein des Kindes, ein eigenes Glück, hin zum Gegenstand von Kommentaren hat mich damals ganz krank gemacht - wohl auch, weil in meiner Familie die Mann-Frau-Unterscheidung kaum existierte. Mein Großvater hat fast jeden Tag abgewaschen (Jahrgang 1914) und meine Oma und ich saßen dann im Wohnzimmer und haben Zeitung gelesen. Dann brachte mein Opa uns kleine Tellerchen mit hübsch angerichtetem Obst. Er hat nicht gekocht und es gab gewiß auch generationsspezifische Vorurteile in ihm, aber zu meiner Zeit hat er nichts dergleichen mehr geäußert. Nur die Tatsache, daß meine Oma gern Ärztin geworden wäre und so seit der Ehe nicht mehr berufstätig war, spricht eine eigene Sprache. Vater und Großvater betrachten und betrachteten aber gebildete Frauen mit Ehrfurcht, das Schönste aber war eben, daß ich Mensch, d.h. Neutrum sein durfte, z.B. mit 11 Jahren aufgefordert wurde, den Fernseher zu programmieren, mein Großvater könne das nicht - ich habs sofort gekonnt. Auch in Technik-Fachgeschäften verwies er gegenüber den männlichen Verkäufern auf meine Fähigkeiten. Ich redete mit ihnen, die nichts verstanden, dann über das binäre System.
Bestimmte Schimpfwörter, die es aus machtstrukturellen Gründen nur gegen Frauen gibt/geben kann, lernte ich erst mit 15 Jahren auf der Schule kennen. Ich nenne sie "Frauenvernichtungswörter".
Ich denke oft, wenn ein Mann morgens als Frau aufwachen würde, würde er sich umgucken, angesichts des Schwundes an Achtung und Anerkennung, oft schon von Verkäufer/innen, also in unpersönlichen Beziehungen. Als Mädchen war ich "ganz", ausgeglichen und ruhte in mir selbst. Danach wurden Teilaspekte wichtig, die ich nicht bediente. Krankheiten. Seit 1992 kein Freibad mehr - aus den bekannten Gründen. Während der Abiturzeit traf ich einen WDR-Mitarbeiter. Ich dachte, er könnte mir aufgrund seines Arbeitsgebietes Fundiertes über "Neue Musik" erzählen. Im Gespräch wertete er andere Frauen (bekannte) ab. Ich merkte, wie er damit punkten wollte. Ich fühlte mich wie im Zoo - sowas hatte ich noch nie erlebt. Von Musiksoziologie und -philosophie hatte er null Ahnung. An der Uni dann ein Kommilitone, Philosoph, sprach über sein Thema, ich stellte mir das interessant vor, er sprach nur von Party etc. Ich ging. Ein weiterer Philosoph bei einem Sommerfest: Frauen würden sich doch nur im Minirock bewerben. Heute Professor. Ich war soviel Dummheit nicht gewöhnt. Der Frauenhaß ist tief verwurzelt und hängt oft mit dem "Selbstbewußtsein" eines Mannes zusammen: Mein Vater und Großvater neigten eher zum Grübeln. [Pauschalaussage gelöscht.]
Und nun: Rückzug, Traum, Bücher.

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29.03.2013 19:53

Anonym


Die Facebook-Seite "Lieber Anlauf statt Gleitgel" gefällt einer_einem meiner Facebook-Freund*Innen. Das bekam ich wegen dieser Aktivitätsleiste mit. Schlimm genug, doch dann entdecke ich ein Foto auf eben dieser Seite wo in der Mitte folgender Text prangt: "Lieber um Verzeihung bitten, als um Erlaubnis zu fragen."

Sometimes I dont want to live on this planet anymore.

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29.03.2013 17:25

Anonym


Ein Kollege erzählt mir von einem Kunden mit vielen Millionen Euro auf dem Konto. Ich sage nur "wow", daraufhin er gleich "der ist nichts für Sie, der ist verheiratet."
Frauen wollen nur einen reichen Mann, ja genau!

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