Aufschreien gegen Sexismus


Wofür diese Seite gut ist

Hier werden Erlebnisse zu Sexismus, Homo-, Queer- und Transfeindlichkeit und zu Rassismus, Klassismus und Ableismus, den Frauen erleben, gesammelt. Das können Kleinigkeiten sein, die sich wie Alltag anfühlen oder sexualisierte Übergriffe und Gewalt, Sachen, die euch lähmen oder aufregen, die euch nerven oder stören. Beschreibt sie so lang oder kurz, wie ihr wollt — gerne anonym. Sexismus ist keine Bagatelle, sondern ein ernsthaftes Problem, das wir nicht akzeptieren wollen.

Eure Geschichten helfen, darauf aufmerksam zu machen:


Triggerwarnung: Im Folgenden finden sich Beschreibungen sexualisierter Gewalt, die nicht eigens gekennzeichnet sind.

21.04.2013 23:39

Lampenschirm


Sendung von Jauch: 6 Männer diskutieren über "wer kann heute noch Vorbild sein" nach dem Steuerfall Honeß.

Sagt mir nicht es gäbe in einem Land mit 80Mio Einwohnern keine BWL, VWL, Jura verständliche Frau, wobei die Quote der weiblichen Studierenden in allen Fächern seit Jahren bei über 40% sind.

Die Öffentlich-Rechtlichen versagen völlig.

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21.04.2013 23:18

Vor 30 Jahren


Ein Ereignis, das ich lange verdrängt habe und mir plötzlich mit Macht ins Gedächtnis kam:

Ich war ca. 23 Jahre alt und spielte im örtlichen Theater in Nebenrollen mit. Den Theaterregisseur kannte ich schon aus meiner Kindheit, denn meine Eltern waren mit ihm befreundet. Meine Mutter spielte selbst und mein Vater gestaltete Bühnenbilder. Als 6-jährige war ich auch mal als Taube in "Aschenputtel" auf der Bühne, obwohl mir das gar nicht bewusst war.

Später aber kam ich wieder zum Theater und wurde dort aktiv, spielte und musizierte mit. Mir gefiel es, oft im Theater oder in der anliegenden Kneipe zu sein und dort mit den Menschen zu reden und das eine oder andere Glas Bier oder Wein zu trinken. Eines Abends saß ich mit einem Bekannten und dem Regisseur am Tresen, als dieser auf einmal anfing, mich massiv zu beschimpfen. Ich weiß noch nicht mal genau, warum er mich plötzlich beschimpfte, irgendwas passte ihm an meinem Outfit und meinem Auftreten nicht. Er beschimpfte mich so massiv, dass ich einfach nur baff war, und spuckte sogar in meine Richtung über den Tresen. Ich bin mit meinem Bekannten dann 'rausgegangen und habe mich bei ihm ausgeheult, er hat mich zwar getröstet, aber diese Scham, die ich empfand, die war umwerfend. Ich hatte diesen Regisseur immer als netten Menschen und früher als "Onkel A..." gekannt, und dann so ein Erlebnis, ich habe ihn nicht wiedererkannt.

Am nächsten Tag rief er mich an und entschuldigte sich bei mir. Er hätte wohl zu viel getrunken. Ich verzeihte ihm, doch insgeheim gab ich mir die Schuld an seinem Ausfall. Hätte ich mich doch anders verhalten. Dabei hat dieser Regisseur immer Liebschaften mit blutjungen Mädchen gehabt, eine nach der anderen, immer so um die 18. Die haben ihm wohl nie wiedersprochen oder sich selbstbewusst gezeigt. Alle wussten es, doch niemand hat dagegen etwas gesagt. Für mich war das das Ende, ich habe dort nie wieder Theater gespielt.

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21.04.2013 18:21

Anonym


Ich bin Ingenieurin und habe gerade eine Weiterbildung angefangen. Es stinkt mir, dass ständig so sexistische Kommentare kommen, von Männern am Standort dieser Einrichtung, vom Dozenten...

Der meiner Meinung nach übelste Kommentar kam an einem Abend, mein Kurs war gerade vorbei, und nach einem langen Tag des auf-den-Computer-Stierens habe ich mich gereckt und dabei auch gequiekt oder gestöhnt oder was auch immer. Habe mich jedenfalls so richtig genüsslich und laut gereckt zum Ende des Arbeitstages. Meinte der Typ hinter mir, das würde sich anhören wie beim Telefonsex...
Naja, der hat einen vernichtenden Blick von mir abbekommen. Zu sagen wusste ich nichts, aber möglicherweise hat der Blick ja schon gereicht; er hat jedenfalls nicht noch einen drauf gelegt.

Als es um einen Ordner im Netzwerk zum Datenaustausch unter den Teilnehmern ging, der auch "Datenaustausch" heißt, gab der Dozent einen Kommentar von "nicht Damenaustausch, sondern Datenaustausch", und hat den Spruch auch noch wiederholt. (Wann ist eigentlich Herrenaustausch? Bissle Abwechslung muss doch sein, oder?! )

Ein junger Mann, der dort eine Umschulung zum Fachinformatiker macht, meinte in der Pause, also in seinem Kurs wären sie ja nur Männer, nach sexueller Belästigung würden sie sich ja glatt sehnen... Der verwechselt wohl einen Flirt mit sexueller Belästigung...

Letzten Freitag hatte der Dozent einen Tages-Abreißkalender als Titelfolie skizziert, der ein Sonntags-Kalenderblatt oben hatte. Gerade angekommen, begrüßte ich gut gelaunt meinen Kurskameraden und meinte nur so, na, das ist aber das falsche Kalenderblatt. Der hatte es noch nicht wahrgenommen, weil er mit seinem Computer beschäftigt war, und meinte nur in abwertendem Tonfall zu mir, "Komm erst mal an, Mädel." Ich bin 32, und auch wenn ich sicherlich jünger aussehe, muss ich mich doch nicht als Mädel anreden lassen...

Und wenn ich mich selbst genau betrachte, stinkt es mir auch, dass ich über sexistische Witze oder Karikaturen im ersten Moment selbst laut auflache. Dass es mir erst ein paar Sekunden später auffällt, dass das doch eigentlich frauenfeindlich war und ich darüber eigentlich nicht lachen müsste oder sollte...

Über Sexismus in unserer Sprache hatten ja schon einige andere geschrieben, hier noch etwas mehr: Männer werden als "Herr X" angeredet, Frauen als "Frau Y"; ein Herr ist jemand, der zu bestimmen hat. Noch heute heißt es DER Junge, aber DAS Mädchen. Früher hieß es auch DER Mann und DAS Weib. Wobei das Wort Weib ja immer noch nicht ganz aus unserer Sprache verschwunden ist; in sexistischen Karikaturen kommt es in der Rede des Mannes durchaus noch vor. Auch im Wort weiblich.

Es würde mich nicht wundern, wenn das Wort Mädchen sprachgeschichtlich von Mägdchen, kleine Magd, kommt. Mein Stiefvater (bei meiner Mutter weiß ich es gerade nicht) hat mich als Kind/Jugendliche auch gelegentlich "Mägdelein" genannt, da ist es noch offensichtlicher...

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21.04.2013 15:00

Célia


Als ausgebildete Journalistin hatte ich mich in Berlin bei einer Institution beworben, die klein und fein ist und politische Willensbildung begleitet. Ich war Ende 20 und auf wollte die dritte Sprosse der Karriereleiter nach 1-A-Studienabschlüssen erklimmen ... und sollte (nach Wunsch des obersten Chefs) gleich Pressesprecherin werden. Wie gesagt, die Struktur war klein.
Vor der Sommerpause schien alles klar, ich hatte den Vertragsentwurf in der Hand, der Personalchef zeigte mir das Büro, nach dem Urlaub sollte es losgehen, der endgültige Vertrag käme dann per Post. Zurück von der Reise war nichts im Briefkasten, meine Telefonversuche endeten im Nichts, der Ansprechpartner ließ sich verleugnen. Ich bin in der 2. Woche spontan vorbeigegangen. Der Herr wurde nicht einmal rot, als er sagte: "Sie müssen Verständnis haben, wir wussten ja nicht, dass Sie gerade geheiratet haben, und weil im letzten Jahr durch etliche Schwangerschaften der Betrieb erheblich gestört wurde, haben wir jetzt direkt Ihre männliche Schwangerschaftsvertretung eingestellt." Ich schappte nach Luft, stammte etwas von "ungesetzlich" ... Mein Gegenüber schaute darauf kurz nach rechts und links, fixierte mich und feixte: "Wer von uns beiden ist hier der Jurist? Irgendwelche Zeugen gesehen?"

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20.04.2013 20:11

Hamburgerin


Heute scheint die Sonne und es ist richtig warm, also habe ich mir ein Sommerkleid angezogen und wollte raus. Nach einem Blick in den Spiegel habe ich dann eine Haremshose unter gezogen (das Kleid geht bis übers Knie) und eine Sicherheitsnadel genommen um den Ausschnitt mehr oder minder zu entfernen. Meine Tasche habe ich dann so umgehängt, dass nun wirklich gar nichts mehr an Ausschnitt da war. Meine Haare habe ich auch noch schnell zu einem ganz normalen Zopf geflochten. Ich war nicht geschminkt und hatte Gymnastikschuhe an.
An der ersten Ampel - ich war keine 5 Minuten auf der Straße - die ersten Männer die mir aus den Autos heraus etwas zugerufen haben und ohne Ende geglotzt haben.
Im Bus ging es weiter, Männer jenseits der 50 die geglotzt haben und mich irgendwie bewertend/abwertend angeguckt haben und Teenies, die mich gemustert und innerhalb ihrer Gruppe mehr oder minder leise bewertet haben.
HALLO?!?!? Ich könnte KOTZEN! Soll ich mich verstecken? Ich will das nicht akzeptieren müssen, aber wie wehrt man sich gegen Blicke und aus fahrenden Autos gerufene Kommentare?

Ich liebe den Sommer, aber mich nervt es schon jetzt, dass ich wieder mit Tunnelblick durch die Stadt laufen werde um nur niemanden anzusehen und dann mal wieder gute Freunde erst bemerke, wenn sie mich anstoßen und direkt vor mir stehen.

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20.04.2013 17:48

Anonym


Das aktuelle Werbeblättchen einer Modefirma, vorne drauf eine Frau im Dirndl, darunter der Spruch: "Der schönste Spitzen-Balkon" !!!
Da hätten sie ja gleich schreiben können: "Die schönsten Dirndl zum Ausfüllen..."
#aufschrei

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20.04.2013 11:32

Femme


Ich bin eine feminine lesbische Frau .
Und mich nerven die Kommentare , wie "Du siehst gar nicht aus wie eine Lesbe."
Hä ?

WIE sehen denn Lesben aus ??


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19.04.2013 23:43

Alltägliche Frau


Weshalb sind eigentlich schon kleine Jungs oft so obszön und unverschämt mir gegenüber? Bei keinem meiner Partner habe ich jemals erlebt, dass sie von kleinen Jungs so blöd angemacht wurden wie ich als Frau. Was für eine Einstellung haben die wohl von ihren Eltern mitbekommen?
Solange wir Frauen den alltäglichen Sexismus passiv erleben und Männer ihn aktiv leben, ist es klar, dass Männer dies nicht als Problem wahrnehmen. Ich habe aber ein gewaltiges Problem damit. Und es macht mich wütend, wenn ich mir sogar von kleinen Jungs blöde Sprüche anhören muss und deshalb lieber einen Bogen um sie mache.

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19.04.2013 19:24

Werbung


Außenwerbung: Mey Wäsche

Unterwäsche kann auch anders an die Frau gebracht werden. So nicht!

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19.04.2013 11:14

Anonym


Das mir ( Ü40 ) nahezu permanent im Bekannten-/Kollegenkreis unterstellt wird, " nicht normal" zu sein, weil ich mit Kindern nichts anfangen kann und daher kein "Duzi-Duzi"-Getue an den Tag lege, wenn wieder einmal jemand mit einem Baby auf dem Arm daher kommt.


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19.04.2013 7:14

Presse


Handelsblatt vom 15.04.2013: Warum muss eine halbnackte Frau (James Bonds Goldfinger) den Bezug zum Thema Gold schaffen. Geht´s nicht auch anders?

James Bond Filme sind ohnehin vollgepackt mit sexistischen Handlungen und Darstellungen.

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18.04.2013 16:57

Trixxi


Am frühen Abend laufe ich, auf Freunde wartend, in der Uni herum & lese irgendwas an einem Schaukasten. Hinter mir kommt eine Gruppe junger männlicher Studenten entlang, die bereits Gelächter von sich geben. Ich denke mir nichts dabei, doch als sie näher kommen, vernehme ich deutlich, wie der eine sagt: "Da gibt's doch so 'nen Spruch: oben rot, unten tot". Er meint mit Sicherheit mich, da ich stark gefärbte rote Haare habe >.< ...

Ein paar Wochen zuvor in der Stadt kommt mir eine große Gruppe entgegen, höchstwahrsch eine Schulklasse, fast ausschließlich Jungs im Teenageralter. Auf einmal ruft einer: "Schlampe!" Daraufhin ein anderer: "Lass' das doch mal, jedem das seine". Hier war ich mit Sicherheit auch gemeint, da sonst keine Frau bzw. kein Mädchen in der Nähe war ...

Der scheinbar ganz normal gewordene Alltagssexismus begegnet uns in unterschiedlichsten Formen und Facetten - noch verstärkt durch die Medien & dadurch, dass viel zu wenige Frauen sich dagegen auflehnen oder es überhaupt registrieren.

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18.04.2013 12:35

Klischee-Geschädigte


Werbeblättchen, die ins Haus flattern, mit Mode für Kinder.
Auf den T-Shirts für Mädchen lauten die Aufdrucke: "Sweet as a pineapple", "I will melt your heart", "Love is all you need". Übersetzt: Mädchen sollen süß sein, Herzen zum Schmelzen bringen und Liebe geben.
Auf den T-Shirt für Jungen steht: "Surf Culture, Breaking the waves, It's a passion", "Walk to the beach", "Miami Lounge, Pool Party", ,, Buenos Aires by night". Übersetzt: Jungen sollen Spaß haben, Abenteuer erleben und draufgängerisch sein.
Wann zum Teufel nochmal hören eigentlich diese Klischees auf???

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18.04.2013 8:19

Anonym


Die Bildzeitung. Aber auch angeblich seriöse Blätter wie FAZ und ZEIT titeln ab und an gerne mit Frauenhaut und tendieren inhaltlich (mehr und mehr?) zu einer misogynen Haltung. ....Da schaue man sich die ChefredekteurE und das Gefolge gut an!

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17.04.2013 18:14

Anonym


Die Gruppe Anzugträger, die sich in aller Öffentlichkeit heute am Potsdamer Hauptbahnhof über ein "Seite-3-Nackmodell" lustig machen.

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17.04.2013 11:54

Anonym


Mein Trainer im Sportverein, den ich eigentlich für einen lustigen und sympathischen Typen hielt, der so etwas nicht nötig hat, machte "witzige" Bemerkungen über die Größe meiner Brüste. Ich hab grad noch rausgekriegt, dass ich das nicht lustig finde, aber nur mit so einer piepsigen stimme. und mich gefragt, was ich falsch gemacht habe, typische opferreaktion. und mich über mich geärgert anstatt über ihn.

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17.04.2013 10:24

Sprachlos


Die erneut abwertenden Kommentare zur Sexismusdebatte von Männern und Frauen, die Rechtfertigung von Prostitution, weil Männer, die keine Parthnerin finden, sonst Frauen mit Gewalt nehmen würden, und Frauen da noch zustimmen. Macht mich sprachlos!

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16.04.2013 18:04

Anonym


Als circa 15-jährige stieg ich in einen Bus und musste mir mit dem Busfahrer folgenden Dialog liefern: "Hast du ein Rezept?" "Ein Rezept wofür?" "Ein Rezept für deine Schönheit". Als einzige Antwort kam mir "Gene" in den Sinn, da frau mit 15 Jahren ja noch nicht unbedingt sehr schlagfertig und selbstbewusst für "freche Antworten" ist.

Ein Bekannter (ca. 50 Jahre alt) fragt einen Freund (auch circa 50) "Na, hat dein Sohn (20) schon eine Freundin, die hoffentlich auch hübsch ist, damit du auch was zu gucken hast?" Da der Bekannte selbst eine Tochter um die 20 hat, musste ich einfach fragen "Willst du, dass der Vater des Freundes deiner Tochter genau so über sie redet?!"

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16.04.2013 13:34

Mode


Da gäbe es jetzt sehr sehr viel zu schreiben... Was schon Auswahl und Vielfalt etc. angeht. Mir reicht es immer schon Bilder von den neuesten Modeschauen anzusehen: wie oft werden Frauen da verunstaltet, Gesichter verdeckt, nackte Körper präsentiert, Brüste völlig bloß ausgestellt... abgesehen von den Magergrößen und dem damit transportierten fatalen Schönheitsideal (schön=so dünn wie möglich). Männer müssen auf Modeschauen wesentlich weniger nackte Haut zeigen (gilt ja auch als weniger "schön" - wieso eigentlich ist das an Frauen schön, wenn es an Männern nicht schön ist?). Ich finde - vielleicht etwas altmodisch - dass Mode die Schönheit eines Menschen unterstreichen und ihn/sie "kleiden" sollte, gleich welchem Geschlecht jemand angehört, welche Größe er/sie trägt und wie alt er/sie ist.

Abgesehen davon hat mich ein Gespräch mit meiner Schwester irritiert: sie ist Beeidngstechnikerin und kennt sich also mit Labels, Material und Schnitten aus. Sie bemerkt immer wieder, dass Mode für Männer in der Regel besser gemacht ist, von den Schnitten bis hin zu den Materialen, alles hochwertiger und dabei nicht einmal unbedingt teurer. Das gilt natürlich für - sagen wir mal - Mittelklasse Mode, also für alle, die nicht billigste Sachen tragen, aber auch keinen Luxus, also vermutlich für den größten Teil der Bevölkerung. Wenn das stimmt würde es dafür sprechen, dass irendwie im Vorhinein davon ausgegangen wird oder aber es die Erfahrung der Modebranche ist, dass Männer für sich automatisch bessere Qualität beanspruchen, während Frauen sich mit weniger begnügen. Nach wie vor kommen Männer dabei mit weniger Auswahl aus, weil es einfach akzeptiert ist, dass sie zu allen möglichen Anlässen einfach im Anzug erscheinen, während von Frauen erwartet wir, dass sie ständig etwas Neues und Modisches präsentieren...

Außerdem gibt es für Männer unendlich viele Zwischengrößen, je nachdem, wo das meiste Fett sitzt und welche Gliedmaßen etwas zu kurz oder zu lang geraten sind, während Frauen nur die Wal zwischen Größe 36, 38, 40 usw. haben und sich furchtbar schlecht fühlen, wenn sie nicht auf Anhieb super darin aussehen, weil hier oder dort etwas spannt (was ja kein Wunder ist und wozu man nicht hässlich zu sein braucht, sondern einfach nur seinen individuellen Körperbau hat).
Passt etwas nicht, nimmt Mann einfach eine extra auf seinen Körperbau angepasste Größe, gemäß der Logik: passt mir etwas nicht, muss es geändert werden. Frau dagegen schämt sich für ihre unvollkommene Figur, gemäß der Logik: passt mir etwas nicht, habe ich die falsche Figur und muss mich ändern. Eine Logik, die sich in allen anderen Lebensbereichen durchdeklinieren lassen würde...

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16.04.2013 7:40

Quoten-Verliererin


Quote in 2020:
Habe gestern meine Tochter getröstet, dass es dann wenigstens einen ersten Ansatz zur Gleichberechtigung geben wird, wenn sie 18 wird.
Bitter!

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