Aufschreien gegen Sexismus


Wofür diese Seite gut ist

Hier werden Erlebnisse zu Sexismus, Homo-, Queer- und Transfeindlichkeit und zu Rassismus, Klassismus und Ableismus, den Frauen erleben, gesammelt. Das können Kleinigkeiten sein, die sich wie Alltag anfühlen oder sexualisierte Übergriffe und Gewalt, Sachen, die euch lähmen oder aufregen, die euch nerven oder stören. Beschreibt sie so lang oder kurz, wie ihr wollt — gerne anonym. Sexismus ist keine Bagatelle, sondern ein ernsthaftes Problem, das wir nicht akzeptieren wollen.

Eure Geschichten helfen, darauf aufmerksam zu machen:


Triggerwarnung: Im Folgenden finden sich Beschreibungen sexualisierter Gewalt, die nicht eigens gekennzeichnet sind.

10.11.2013 8:51

Anonym


Ich gehe nicht mehr unter Menschen. Ich ertrage nicht mehr, dumm angemacht zu werden, nur weil ich so aussehe, wie ich aussehe. Erst hatte ich die Qual, über dreißig Jahre in einem Körper leben zu müssen, der der falsche war. Jetzt stecke ich im richtigen Körper und werde von meiner Umwelt dafür gequält, dass die dreißig qualvollen Jahre meinem Körper Merkmale aufgedrückt haben, die sich nicht mehr ändern lassen. Früher war ich nur ein seelischer Krüppel, heute bin ich ein vollständiger Krüppel.

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8.11.2013 17:00

Anonym


Meine Single Freundinnen sagen oft:
Du kannst echt so froh sein, dass du so einen tollen Mann hast, der ...
- ... so viel im Haushalt macht.
- ... dich so unterstützt.
- ... sich so toll um euer Kind kümmert.
- ... Teilzeit arbeitet und in Elternzeit geht.
- ...
Bei mir kommt an, ich könne froh sein, dass ich einen "guten" Mann abgekriegt habe und soll mich nicht beschweren. Aber wer sagt eigentlich zu den Müttern, dass es toll ist, dass sie das alles tun? NIEMAND! Und welcher Mann würde zu einem Kumpel sagen, du kannst so froh sein, dass deine Frau sich so toll um alles kümmert?!

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8.11.2013 15:58

Anna


Eine meiner besten Freundinnen besucht mich und meine Familie. Ich arbeite 100%. Mein Mann 50% und schmeißt einen großen Teil des Haushalts alleine. Meine Freundin spielt mit meiner einjährigen Tochter und sagt dabei: "Mensch, du bist ja eine richtige kleine Prinzessin. Oh hier ist es aber schmutzig. Da muss die Mami wohl mal wieder richtig sauber machen!"
Ich traue meinen Ohren kaum und bin ganz perplex. Es ist eine Kleinigkeit. Es ist Alltag. Es ist nicht so gemeint ... Ich ärgere mich tagelang darüber.

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5.11.2013 4:01

anonym


wurde eine weile lang von einem kerl gestalkt. der rief immer um 3 uhr nachts an.
ich ging ran und hab versucht ihn kleinzukriegen. eine weile hats aufgehört. dann fings wieder an. ich ignorierte es lange. nach paar wochen ging ich genervt ran, wollte ihn anbrüllen. er sagte dann aber "komm doch ausm haus, an der xy-strasse 12. ich bin in der nähe. ich hol dich mit dem auto ab." ich legte auf.
ging gleich am nächsten tag zur polizei. kommentar: "ja wir können nix machen solang nix ernstes passiert ist."
ich: "ja muss ich denn erst tot in der gosse liegen damit was passiert??"
er: "machen sie ne fangschaltung. müssen se aber schon selbst bezahlen"

den unregelmässigen anrufen zufolge müsste ich eine fangschaltung für mehrere hundert kröten über 2 wochen betreiben und was zu kriegen. und selbst dann....

sauerei.

alternative: "ja wenns ihnen so wichtig ist, dann ändern sie doch die nummer"
also erstens find ichs traurig, meine nummer die ich seit IMMER habe, ändern zu müssen, weil mir keiner helfen will.
zweitens weiss doch der kerl immernoch wo ich wohne.

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4.11.2013 5:20

Anonym


da gab es diesen vorfall den ich selbst heute nur mühsam niederschreiben kann.
der kerl mit dem ich zusammenwar (mehr als 1,5 jahre) sagte mir in der beziehung immer wieder, analsex sei ihm egal aber er würd es auch mit mir mal versuchen.
ich sagte ihm immer, dass ich entschieden dagegen bin.
dann einmal während dem sex, lag ich auf dem bauch und er "rutschte ab", in die falsche richtung.
ich sagte laut "halthalthalthalthalt!" und er schien einen moment inne zu halten. ich rief, er sei an der falsche stelle, geh da weg.
und dann gang langsam, machte er einfach weiter. unendlich langsam, während ich mich unter diesen knapp 100kg nicht bewegen konnte. weder nach links, rechts oder sonstwohin. es war schon zu spät und ich schrie bereits gellend, als er es sich wohl anders überlegte.
dann stand er auf mit einem "sorry, hab dich nicht gehört".
ich fühlte mich schrecklich. ich fragte mich lange ob das absicht war oder nicht. ob es missbrauch war oder ein versehen. ob ich das jemandem sagen soll.
ich versuchte es. ich erzählte es freunden. aber auch nur zurückhaltend, weil ich mich schämte. ich wollte nicht "die in den arsch gefi**te" sein. ich erzählte es so, als wäre es ein missgeschick gewesen, wartete aber heimlich darauf, dass jemand rief "nein! das war nicht in ordnung!". stattdessen wurde nur gelacht und ich war trotzdem "die in den arsch gefi**te".
vielleicht fällt es mir auch schwer mich in dieser opferrolle zu sehen, so als würde es mich auch in zukunft anfälliger machen für solche ereignisse.
ich kann mich aufregen über sexismus, dinge die hi und da immer wieder passieren.
mit dingen die mich wütend machen komme ich noch eher klar. aber dinge die mir angst machen sind was anderes.
und sich angst einzugestehen fühlt isch an wie den anderen gewinnen zu lassen.
ich sag nicht, dass das richtig so ist. aber so fühlt es sich in meinem fall an.
ich will nicht daran denken, dass ich mich je wieder in einer situation so hilflos fühlen könnte, also schieb ich das ganze zur seite.
oh frau...

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4.11.2013 5:07

anonym


vor ein paar jahren war ich eine wohnung besichtigen. es war nur eine 1-zimmerwohnung und der hauswart führte mich für die besichtigung durch die tür.
ich sah mir alles an und sagte ihm, dass sie mir soweit gefällt, er könne mir ja noch ein paar papiere mitgeben.
er sagt geschwind, ich solle mir doch nochmal die hübsche küche ansehn. ich begutachte also höflich nochmal den herd. er steht hinter mir und faselt mir irgenwas ins ohr.
dann möchte er mir das dachgeschoss zeigen, dass isch dort die bewohner teilen um ihren alten kram zu deponieren. oben ist es dunkel, er drückt mich leicht hinein und steht dann in der tür. komme mir vor als würd ich gleich dort eingesperrt werden.
mühsam quetsche ich mich an ihm vorbei, traue mich nicht, gross was zu sagen. er steht so, dass ich kaum rauskomm.
meine tasche liegt noch in der wohnung. wir gehen zurück und er drängt sich wieder auf. ich sage, dass ich nun gehen muss und versuche höflich mich mit einem normalen händedruck zu verabschieden. doch ich krieg meine hand nicht mehr los, denn er hat sie fest gepackt und zieht mich zu sich, will sich unbedingt mit ein paar küsschen auf die wange verabschieden. sagt "wir verstehen uns doch so gut." ich kann mich nicht befreien und sein ekliges gesicht presst sich an meins, spüre wie er meine wangen besabbert. das letzte "bussi" will er mir auf den mund geben, da entwinde ich mich völlig, krieg meine hand frei und stürze aus der wohnung.
ich war da etwa 19 und er so an die 50, klein, bierbäuchig mit angehender glatze und verschwitztem hemd.
es war grässlich, beängstigend, widerwärtig, ekelerregend, grauenvoll, schlimm.
als ich es meinem damaligen freund erzählt habe, kam nur ein gekichertes "igitt" und "na sowas aber auch", dann wurde das thema gewechselt.

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3.11.2013 12:10

anonym


Die Stern-Rubrik "LiebesLeben",
auf der ausschließlich nackte Frauen veräussert werden...

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2.11.2013 13:58

Anonym


So dann nun auch meine Top 3:

Ich laufe abends nach Hause, ein Mann kommt mir entgegen und stellt sich so vor mich, dass ich nicht an ihm vorbeigehen kann. Er kommt immer näher, hält mir ein Kondom vors Gesicht und fragt; "Na, heute schon ordentlich durchgefickt worden?". Zum Glück hat ein lautes "Verpiss dich" geholfen.

Ich sitze abends mit meiner Freundin in der Straßenbahn, ein Mann setzt sich auf den gegenüberliegenden Zweiersitz und fängt an, sich einen runterzuholen. Wir sind so perplex, dass wir nichts sagen können und steigen zwei Stationen zu früh aus.

Nr. 3 in der Liste (aber mehrfach so oder ähnlich erlebt). Auf Partys machen mich irgendwelche Männer an, ich sage, dass sie mich in Ruhe lassen sollen. Sie geben nicht auf, fragen, ob ich Single bin. Ich sage, dass ich eine Freundin habe - und jedes Mal kommen danach Sprüche wie "Dann hast du es wohl noch nie so richtig von einem Mann besorgt bekommen.", "Soll ich dir zeigen, was ein richtiger Mann mit dir anstellen kann?" und ähnliches. Ich könnte sagen, dass ich einen Freund habe. Aber ich sehe es nicht ein, mich nur aus Angst oder Scham oder um solche verbalen Äußerungen zu verhindern, verstellen zu müssen. Es nervt. Und es geht zu weit!

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2.11.2013 0:12

Anonym


In meinem Ausweis steht, dass ich eine Frau bin.
Meine Klamotten suche ich aber nicht nach Geschlecht* aus- an manchen Tagen trage ich Kleider oder kurze Röcke, an anderen weite Jeans und Sneakers.
Vor ein paar Tagen bin ich durch die Stadt gelaufen und an zwei ca. 12-jährigen sozialisierten Jungs* vorbeigegangen. Die mussten mich natürlich erst mal anglotzen und dann plötzlich rumbrüllen: "Scheiß Mannsweib! Da geht das Mannsweib!". Und ich war mal wieder zu geschockt um irgendwas zu antworten. Als sie kurze Zeit später an mir vorbeigelaufen sind, gab es nen Streit darum, wessen Freundin ich mal werde ("Du heiratest das Mannsweib!" - "Nein, die wird Deine Freundin"). Argh!

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28.10.2013 23:33

Anonym


Der Vater meines Freundes (ein schon sehr altes Kaliber) zu meinem Freund (wie dieser mir hinterher erzählte): "Ist ja ganz schön unordentlich bei dir, kommt nicht mal bald deine Freundin vorbei, um bei dir aufzuräumen?"
Mein Freund fand es ziemlich witzig, da sein Vater alt und schon etwas zerstreut ist, aber mich regt so etwas unglaublich auf.
Bin ich als Frau irgendein Putzsklave oder meint er, Männer hätten nicht die Veranlagung ordentlich zu leben?
Aber meine Meinung dazu kennt er mittlerweile.

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28.10.2013 20:31

S.


Autounfall: Der Unfallverursacher und ich steigen aus, begucken den Schaden, führen eine ganz normale Unterhaltung. Der Mann ist freundlich und kooperativ, räumt ein, dass er Schuld am Unfall hat - dann kommt mein männlicher Beifahrer dazu, der vorher mit Zeugen gesprochen hatte. Der Fahrer übergibt seine Versicherungskarte an ihn, versichert ihm, dass seine Versicherung den Schaden zahlen wird und erklärt ihm, wie er die Versicherung kontaktieren kann. Mich guckt er nicht einmal mehr an, obwohl mein Beifahrer ihm sagt, dass das Auto mir gehört und er nichts damit zu tun hat.

Selbst jemand, der soeben mein Auto kaputtgefahren hat, hält mich also offensichtlich für nicht kompetent genug, mit seiner Versicherung zu korrespondieren.

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27.10.2013 16:57

Anonym


Ich von wurde meinem Mathelehrer im Unterricht sehr oft darauf hingewiesen, ich würde ja traurig gucken und solle ja endlich mal lächeln. Diese Hinweise zogen sich permanent durch die letzten beiden Jahre der gymnasialen Oberstufe. Ich habe generell immer einen ernsten Blick drauf, der nicht unbedingt bedeuten muss, dass ich traurig bin, außerdem kann ich nicht wirklich was dafür und will auch nicht ständig darauf achten, ob ich denn freundlich genug gucke (denn ich glaube, dass es auch eine gewisse Schutzfunktion für mich erfüllt, da ich ziemlich misstrauisch bin und nicht jeden an mich heranlassen will). Ich verstand beim besten Willen nicht, wieso man mich ständig darauf hinweisen muss und die gesamte Aufmerksamkeit des Kurses auf mich richten muss anstatt mich vielleicht mal persönlich darauf anzusprechen. Es war mir sehr peinlich, denn ich bin von Natur aus recht schüchtern und mag es überhaupt nicht, im Mittelpunkt zu stehen, erst recht nicht auf so eine unangenehme Art und Weise. Mir war zudem aufgefallen, dass in unserem Kurs auch einige Jungs dabei waren, die auch nicht unbedingt Fröhlichkeit ausstrahlten und ebenfalls recht düster dreinguckten, jedoch mussten sie solche Bemerkungen nie über sich ergehen lassen, klar, ich als Mädchen habe die Funktion zu lächeln und ihn daran zu erfreuen und Gründe traurig zu gucken kann ich natürlich überhaupt nicht haben. Ich glaube auch, dass ich mich von den ganzen Mädchen im Kurs dadurch unterschieden habe, dass ich fast nie lächelte, denn sie alle sprangen auf seine gewitzte Art an, indem sie über seine dummen Witze kicherten und ich am liebsten darüber den Kopf geschüttelt hätte. Am Anfang wusste ich nicht so recht, wie ich darauf reagieren muss, wurde regelrecht rot und hatte Schweißausbrüche, als ich die Blicke auf mir spürte, wenn ich mal wieder vor dem ganzen Kurs auf meinen "Defizit" aufmerksam gemacht wurde. Dann habe ich angefangen mich zu wehren und erwiderte nach so einer Bemerkung "Ja und jetzt?" oder so was in der Art. Gegen Ende wurde ich wegen dem allgemeinen Schulstress immer müder und habe dann als Antwort nur extra künstlich gelächelt, damit er mich einfach in Ruhe lässt. Mathe lag mir als Fach nicht, doch ich habs größtenteils wegen diesem Lehrer gehasst, denn immer musste ich mich darauf vorbereiten, mal wieder blamiert zu werden und versuchte dann meinen Gesichtsausdruck zu neutralisieren, was meine Konzentration auch erschwerte. Der Lehrer war dadurch bekannt, dass er im Unterrcht Witze riss und war deswegen ziemlich beliebt, ich konnte mit seiner Art jedoch nicht umgehen und habe den Matheunterricht gehasst, dementsprechend froh war ich, als die Schule vorbei war.

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23.10.2013 15:37

Anonyma


Erst einmal vielen Dank für diese Website. Einerseits macht es mich schon traurig, zu lesen, wie viele andere Frauen* ebenfalls unter sexistischen Übergriffen leiden. Andererseits habe ich aber auch das Gefühl, dass es mich emotional "stärker" macht, zu erfahren, dass ich mit meinen Erfahrungen definitiv nicht allein bin, oder nicht zu einer winzigen "Minderheit" gehöre. Das gibt Hoffnung, dass wir Betroffenen gemeinsam etwas ändern können. Denn so wenige sind wir nicht.

Sexismus habe ich in meinem bisherigen Leben (bin Ende 20) leider sehr oft erleben müssen. Mal relativ "subtil", mal wirklich aggressiv. Ich erinnere mich an so viele Fälle, und je länger ich hier lese, desto mehr kommt auch noch in meine Erinnerung zurück.

- hupende oder aus dem offenen Autofenster johlende Typen, die mir "Hey Süße!", "Sexy Babe!" oder "Ey, Chica, komm mal her!" zurufen (hat etwa zu meinem 12. Lebensjahr angefangen und kommt auch jetzt noch vor)

- der Mitschüler, der meinte, mir meine Federtasche wegnehmen und sie an seinem Schritt reiben zu müssen (da war ich ca. 13 Jahre alt)

- fremde Männer in der Bahn, die meine damalige Partnerin (ich bin pansexuell) und mich anpöbeln mussten, die uns aggressiv angröhlten, wir bräuchten bloß mal einen "richtigen Kerl", dann würden wir schon wieder "normal" werden - und die sich dann auch direkt für eine Nacht aufdrängen wollten (widerwärtig... ich befürchte aber, solche Situationen kennt jede Frau, die ihre Beziehung zu einer anderen Frau in der Öffentlichkeit nicht versteckt)

- sexistische "Witze" aller Arten, egal, ob nun von Mario Barth, oder solche Sprüche wie "Dame kommt von dämlich"

- fremde Männer, die einen sofort mit sexuellen Aufforderungen ansprechen und mich auf meine Ablehnung hin als "scheiß Schlampe" beschimpfen

- Typen, die einem nachts auf dem Heimweg hinterherlaufen und erst aufgeben, sobald man ihnen irgendeine (Fake-)Telefonnummer aufgeschrieben hat (nachdem auf meine deutlichen "Kein Interesse!"-Rufe weitergedrängt wurde, mit Sprüchen wie "Ach komm schon! Sei doch nicht so!" - ich wäre gerne ehrlich, aber was soll ich in so einer Situation machen, wenn ein "Nein" nicht akzeptiert wird? Und wenn man Angst haben muss, dass der Typ evtl. auch noch körperlich gewalttätig wird, wenn man ihn abweist)

- der Jugendliche, der mir in der Bahn ohne Vorwarnung blitzschnell von hinten auf die Schulter und dann auch noch auf den Busen fasste, und der mich auslachte, nachdem ich seine Hand wegschlug und ihn anschrie, was das bitteschön soll, und der dann um mich herum rannte und immer wieder versuchte, mich zu begrapschen (da war ich 16 und hatte nach dem Vorfall wirklich Angst, alleine Bahn zu fahren - auch, weil von den zu der Tageszeit genügend anwesenden Passanten niemand eingriff)

- die Mitschüler (aus irgendeiner anderen Klasse, ich kannte sie nicht), die zum Schulschluss immer am Ausgang herumlungerten, um mir jeden einzelnen Tag "Tittenmonster!" oder diverse vulgär formulierte Fragen, ob ich heute schon Geschlechtsverkehr gehabt hätte, zuzuschreien - und die Lehrer, die meinten, so seien pubertierende Jungen eben

- die etwa 40-jährigen Männer in der U-Bahn, die mich bei neben mir sitzendem (männlichen, aber "feminin" wirkendem Partner) fragten, was ich mit "so einer scheiß Schwuchtel" (sorry für das Zitat!) denn wolle, ich sei doch "so hübsch", da könne ich doch jederzeit einen "echten Kerl" haben - die Beleidigung an sich ist schon eine Sauerei, aber "toll", dass mir fremde Männer außerdem auch noch vorschreiben wollen, was für einen Partner ich mir denn gerne wünschen soll!

- der Lehrer, der immer sexuelle Witze und Anspielungen im Unterricht machte und mich auf Klassenfahrt mal fragte, ob er mir die Beine eincremen darf

- der Dozent im Literaturwissenschafts-Studium, der fast ausschließlich Werke thematisierte, in der es um "Lolitas" (bzw. erwachsene, ältere Männer verführende minderjährige Frauen/Mädchen) oder um Prostituierte ging - und der bei der Gelegenheit diese Figuren auch immer für ihre "Attraktivität" loben musste ("das sind tolle Frauen", "wenn die Frauen heute bloß auch so wären")

- die jungen Männer, die mich neulich spätabends mit ihren Fahrrädern umkreisten, mir damit den Weg abschnitten, und mir dabei Fragen stellen wie "Ey, wo willst Du denn alleine hin?" und "Was machst Du um die Zeit noch draußen?" - und dass ein Bekannter (naja, jetzt nicht mehr...), dem ich erzählte, wie schlimm das für mich war, bloß belehrend antwortete: "Mädel, so ist das in Großstädten nunmal! Damit musst Du schon klarkommen!"...

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21.10.2013 16:52

Miriam


Das Benehmen meiner Arbeitskollegen bei unserem letzten Einsatz. Ich arbeite für ein privates Security Unternehmen und wir hatten zu viert die Eingangskontrolle an einer Studentenparty zu verantworten.
Mein Kollege machte permanent Witze und anzügliche Sprüche über die knapp bekleideten Frauen und zwar so, dass sie dies hören mussten. Weiter hat dies die Einsatzleitung mitbekommen und nicht darauf reagiert.
Ich habe ihn irgendwann damit konfrontiert, dass wir hier arbeiten und so ein Verhalten völlig unangebracht sei.
Er grinste mich an und meinte, ich solle mich mal locker machen und sowas wie Humor lernen. Ich konnte leider keine weitere Diskussion führen, da dies auch nicht professionell gewesen wäre und wir zu arbeiten hatten.

Es ist einfach immer wieder unglaublich.. Wie lange noch?!

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18.10.2013 8:18

Anonym


Bei einem Dermatologen: endlich habe ich einen Termin zur Kontrolle meiner Muttermale bekommen. Da ich Privatpatientin bin, "macht das natürlich der Chef", auf Nachfrage ist auch "leider keine weibliche Kollegin im Haus". Ich ziehe mich bis auf die Unterwäsche aus, er schaut an Rücken, Beinen, Hals. Als er zu meiner Unterhose kommt, sagt er "ich bin so frei" und zieht sie blitzschnell nach unten.

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17.10.2013 20:18

S.


Ich kann allen Frauen, die sich nicht trauen, über Sexismus zu reden, nur dazu raten. Sicherlich gibt es immer noch eine große Anzahl von Menschen, die diese Themen bagatellisieren. Aber ich habe auch sehr gute Erfahrungen damit gemacht. Schließlich kann selbst eine kleine Bemerkung dazu führen, dass man für das Thema sensibilisiert wird.

Nach einem solchen Gespräch habe ich mal angefangen, alle unangenehmen und sexistischen Situationen aufzuschreiben und als Mail zu schreiben. Drei Tage. Drei Tage dummen Angaffens (das kann man sehr wohl von einem Flirt unterscheiden), obszönen Gesten, hinterhergeschrieenen Beleidigungen und sexuellen Aufforderungen - die ganze Palette an street harassment eben.
Er war schockiert und war sich nicht bewusst, dass Frauen jeden Tag mit so etwas konfrontiert werden. Woher auch? Er wohnt in derselben Stadt wie ich, läuft dieselben Wege, geht auf dieselben Partys - und ihm passiert das nicht.
Und er hat aufgehört, wahllos irgendwelche Frauen auf der Straße aus dem Auto heraus anzuhupen - ohne, dass ich ihn extra darauf angesprochen hätte.

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17.10.2013 15:13

Anonym


Wohnungsübernahme (Neubau, Abnahme der Wohnung). Wir entdecken Schrammen im Parkett, ein Handwerker kommt, um diese auszubessern. Der freundliche Herr der Baufirma bittet mich, dem Handwerker die (schon markierten) Schrammen zu zeigen. Als ich wiederkomme, wird meinem Freund gerade der Sicherungskasten erklärt.

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16.10.2013 21:39

Anonym


Ich wurde vor 40 Jahren mit 17 Jahren von fünf Männern vergewaltigt. Ein Jahr später ging ich mit einem Lover Nachts die Strasse lang, sah einen der Vergewaltiger und wollte die Strassenseite wechseln. Der Lover fragte mich warum.Ich sagte ihm, der Typ habe mich vergewaltigt. Die Reaktion des Lovers :Und ich dachte, du warst mit diesem Arschloch zusammen, da bin ich ja beruhigt.Wen soll ich mehr hassen?

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13.10.2013 23:58

Marei


Szene: Ich, mit frischem Uni-Diplom, beim Arbeitsvermittler des Jobcenters.
Er: Wie sieht's mit Ihren Sprachkenntnissen aus?
Ich: Ich habe Kenntnisse in Französisch.
Er (breit grinsend, dann ausschüttend vor Lachen): Dann kann ich ja nur hoffen, dass es auch noch mit der Sprache klappt!
Ich saß da wie gelähmt, hab nichts dazu gesagt. Das ärgert mich am meisten - ich bin sonst nicht auf den Mund gefallen. Aber in der Situation hab ich mich total überfahren gefühlt.

Dienstaufsichtsbeschwerde läuft. Zeugen habe ich natürlich nicht.
I'm so sick of it (ja, Englisch kann ich auch. Asshole!).

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13.10.2013 13:15

Lisa


Auch in Filmen ist immer noch jede Menge Sexismus, zum Beispiel gibt es ja einen Haufen Filme in denen ein "Nerd"-Mädchen mit einem beliebten Typen zusammenkommt. Nur muss sie vorher eine Art Verwandung vom "hässlichen Entlein zum Schwan" machen. Bei Männern ist das nicht so.
Außerdem sind die meisten Filme aus der Perspektive von (heterosexuellen) Männern gemacht und man erkennt das sogar an den Kameraeinstellungen z.B. richtet sich die Kamera zuerst auf die Beine der Frau und geht dann hoch zum Gesicht. Hier auf dieser Seite wurde ja auch bereits erwähnt, wie bescheuert es ist, dass "Frauenfilme" für Männer zu unmännlich sind aber Frauen müssen trotzdem mit Männerfilmen klarkommen. Auch das man von klein auf in diese Schubladen gesteckt wird: Mädchen bekommen nur rosa Spielzeug und Jungs bekommen die Autos ect.

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