Wofür diese Seite gut ist

Hier werden Erlebnisse zu Sexismus, Homo-, Queer- und Transfeindlichkeit und zu Rassismus, Klassismus und Ableismus, den Frauen erleben, gesammelt. Das können Kleinigkeiten sein, die sich wie Alltag anfühlen oder sexualisierte Übergriffe und Gewalt, Sachen, die euch lähmen oder aufregen, die euch nerven oder stören. Beschreibt sie so lang oder kurz, wie ihr wollt — gerne anonym. Sexismus ist keine Bagatelle, sondern ein ernsthaftes Problem, das wir nicht akzeptieren wollen.

Eure Geschichten helfen, darauf aufmerksam zu machen:

Triggerwarnung: Im Folgenden finden sich Beschreibungen sexualisierter Gewalt, die nicht eigens gekennzeichnet sind.

26.11.2013 23:46

Diese Werbung...da bin ich einfach nur heilfroh, mich vor anderthalb Jahren von meinem Fernseher verabschiedet zu haben.
Ein bekannter Elektronikversand macht seit neuestem TV-Werbung. Mit allen leicht bekleideten und operierten Plastikpüppchen, die die Fernsehlandschaft so zu bieten hat. Was haben bitte schön aufgespritzte Lippen und Silikonbrüste mit Elektronik zu tun? Haben die Verantwortlichen für diese Werbung nicht mitbekommen, dass sich auch Frauen für Laptops, Digitalkameras und Co interessieren?
Als ob das nicht genug wäre, wird verbal noch alles aus dieser sexistischen Scheiße herausgeholt. "Mehr billig geht nicht! (*augenzwinker*) Ich geh jetzt was Aufreißen!" Fantastisch! Wer wundert sich da noch, dass Frauen als Gebrauchsgegenstände in der männerdominierten Welt betrachtet werden?

Achja und ein anderes Versandhaus, das vor allem Bücher, aber auch andere Gegenstände anbietet, hat jetzt zur Weihnachtszeit etwas ganz Besonders parat. Nämlich ein Werkzeugköfferchen, natürlich in rosa. Denn "selbst ist die Frau", jetzt wo sie auch das farblich passende Accessoire dazu hat, kann sogar Frau ein Bild selbst aufhängen.

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26.11.2013 23:42

Liebe Freundinnen da draußen die ich evtl. nicht so häufig sehe...

Ich mache einen Doktor habe einen interessanten Job und hunderttausende Interessen. Ihr müsst mich nicht als erstes fragen, wenn ihr mich trefft, ob ich einen Freund habe und wie meine Familienplanung aussieht.

Wir können auch über was anderes reden.
Wirklich!
Ich versprechs: es wird interessant!

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26.11.2013 23:39

Beim Ultimate Frisbee sind alle angeblich intellektuell, tolerant und friedfertig...man mal sich gern einen höchst gleichberechtigten Sport aus.

Aber wie so oft, man betritt das Spielfeld und 10 Jahre jüngere Jungs, werfen auf einmal softer, sind völlig perplex, wenn man als Frau auf Risiko spielt oder brüllt oder mal nen langen Pass spielt.

Völlig irritiert schauen sie dann, wenn man beim Lineup sagt: ich spiel Aufbau du rennst (schließlich bist du schneller als ich kleiner ;))

Ach...wer hat denn die jüngere Generation erzogen und woher haben die ihre Meinung von Frauen?

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26.11.2013 21:56

... Äußerst " charmant" wenn man Sätze wie "Bäh die gamprige Lesb´n schon wieder" zu hören bekommt. Bei machen frag ich mich wirklich ob die "noch retten" sind ;-( .

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26.11.2013 15:01

Auch ich kann davon berichten, dass Mädchen und Frauen immer wieder Opfer von sexistischen Sprüchen und/oder Taten sind. Ich kann inzwischen gar nicht mehr zählen wie oft mir schon in der Disco/auf einer Feier/ in einer Bar an den Hintern gefasst worden ist oder wie oft ich dies bei Freundinnen erlebt habe.
Als ich einmal mit einer Freundin nachts von einem Discobesuch nach Hause gegangen bin, verfolgte uns ein dunkelgekleideter Typ, der uns nach einer Zeit 500€ anbot, wenn wir beide mit ihm ins Bett gehen würden. Nachdem wir dies verneinten wurde er immer aufdränglicher, fasste mir von hinten zwischen die Beine, lief weg und beleidigte uns.

Des Weiteren kann ich nur bestätigen, dass viele das Wort "Nein" nicht verstehen oder nicht verstehen wollen. Was man sich manchmal als Frau anhören muss, nur weil man das Wort "Nein" in den Mund nimmt...ist unfassbar. In Discos und Bars wird man öfter von Männern angesprochen was ja auch okay ist. Nicht okay ist es, wenn diese einem sofort sehr nahe kommen, einen anfassen und versuchen einen mit obzönen Sätzen "anzumachen". Weist man sie dann ab, kann man sich dann Wörter und Sätze a la "Schlampe", "Nutte", "Du bist so arrogant", "scheiß Weiber" etc. anhören.
Ich wurde mal von einem Typen gefragt, ob ich mit ihm tanzen will. Nachdem ich dies verneinte, fragte er immer weiter und lies nicht locker. Er kam mir näher, umarmte mich, meinte ich soll mich nicht so anstellen. Nach an einem weiteren klarem NEIN und der Aufforderung er solle mich bitte nicht anfassen, folgen (mal wieder) Beleidigungen...

Ich muss dazu sagen, dass ich niemand bin der sich so etwas gefallen lässt und das sollte sich keine Frau gefallen lassen, denn es animiert diese Männer nur weiter dazu sich so zu verhalten. Nachdem ein Typ mal einer Freundin an den Hintern fasste, war dieser ganz schön überrascht, dass es Frauen gibt, die so etwas nicht mitmachen. Ich habe noch nie jemanden soll schnell rennen sehen...aus Angst vor und beiden Frauen.

Außerdem finde ich es nach wie vor ein Unding, dass Jungs und Männer die mit vielen verschiedenen Mädchen/Frauen schlafen immernoch als "Held" gelten, Mädchen und Frauen die viele Sexpartner haben aber als "Schlampe" etc. betitelt und eher gemieden werden und das nicht nur von Männern sondern durchaus auch von Frauen...traurig.
Frauen sollten zusammenhalten!

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25.11.2013 10:40

Wenn mein Freund erwartet, dass ich ihm beim Sex einen blase, gleichzeitig es aber "eklig" findet, mich oral zu befriedigen. Wenn ich das als Frau nicht machen möchte, stelle ich mich an ("Frauen machen das so"), wenn er als Mann das bei einer Frau nicht machen möchte, dann ist das völlig okay. Da könnte ich ausrasten, vor allem, wenn er nicht versteht, dass das exakt das gleiche ist, nur mit anderen Vorzeichen...

Männer und Frauen haben wohl andere "Rechte" und "Pflichten". Auch heute noch.

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24.11.2013 10:26

Wenn sich in einem Forum beschwert wird, dass die Mutter temporär zur Tochter zieht, Vater hat offenbar nen Kontrollzwang, die Mutter macht der Tochter auch noch Frühstück - und alle anderen User meckern darüber, dass die in ihrem Alter (Mutter und Vater) sich doch mal zusammenreißen sollen und es ja so schlimm wäre, wenn die Mutter sich bei einem einquartiert.
Bin ich einfach zu jung, zu sehr mit alleinerziehender Mutter aufgewachsen oder was ist da los?

Wenn ich es selbst gar nicht als potentiell sexistisch wahrnehme, wenn ein Typ (jünger) sich dauernd einen runterholt wenn ich an seinem Garten vorbeigehe und - trotz kaum schlechter Erfahrungen - mich lieber in meinem Zimmer verkrieche, alleine oder mit Hund im Wald unterwegs bin/Menschenkontakt scheue und auch ganz bestimmt nicht abends weggehe außer im Ausnahmefall Kino oder Essen mit Freundinnen und immer schon instinktiv darauf bedacht mit eher unweiblich Kleidung zu tragen, die meine Figur verdeckt, gebeut wegen meiner Brust gehe und gern dicke Schals drüber lege o.ä.

Dabei bin ich eigentlich äußerst selbstbewusst und selbstbestimmt (klamotten- und verhaltenstechnisch auch stark "männlich" ausgerichtet - bloß kein rosa, bloß keine zu weiblich-feinen Sachen, Ideal = Stärke, Selbstbewusstsein und selbst alles richten) von meiner Mutter aufgezogen worden. Und trotzdem hab ich all die Sorgen und Ängste, die ich von der Gesellschaft als Frau zu haben habe gelernt hab (bloß nicht dick sein, bloß nicht ungeschminkt rausgehen, rasieren und wenn Bein gezeigt wird, bloß da rasiert sein, bloß nicht nach Mensch riechen und und und).

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24.11.2013 2:37

in meiner lieblingsbar, ein typ, den ich eh schon kenn und mit dem ich eigentlich gut auskomm, greift mir zur begrüßung auf den arsch, nicht zum ersten mal. ich bitte ihn, seine 'verdammten dreckigen pfoten' von mir zu lassen. er versteht aber irgenwie nicht ganz wo mein problem ist, ihm ist 'die hand halt ein bisschen abgerutscht' und überhaupt sei ich selber ja 'eh immer die erste die alle umarmt zur begrüßung'. unterschied erkennt er keinen. ich würds ja dem chefbarkeeper sagen, wenn der nicht auch ein gelegentlich abrutschendes händchen hätte.

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22.11.2013 15:32

1. Ich habe einen stalkenden Exfreund. Kurz nach der Trennung war er mal wieder aufgetaucht und ich habe ihn reingelassen. Nach einer Weile eskalierte die Situation, er war eigentlich friedlich, wehleidig, weinend gewesen, dann drängte er plötzlich mich aufs Bett, presste mit den Knien meine Arme herunter, setzte sich auf mich und schlug mich mehrmals mit der flachen Hand, auch dem Handrücken, ins Gesicht. Ich hatte große Angst und fühlte mich sehr hilflos und ausgeliefert, denn er war viel stärker als ich. Seitdem habe ich auf keinen Kontaktversuch mehr von ihm mehr reagiert , weil ich Angst habe(damals hätte ich es auch noch nicht als Stalking bezeichnet, mittlerweile ist das 3 Jahre her und er sucht immernoch den Kontakt). Später entschuldigte er sich dafür in Mails, ein andermal aber schrieb er: "manchmal hätte eine Frau eben auch mal eine Schelle verdient." Als ich meinem Freund erzählte, dass er mich geschlagen hat damals, meinte der so: "Hm wie war das denn gemeint, wirklich ernst oder eher so als Machtdemonstartion?"
Ich finde das spricht für sich.

2. Ich habe Angst dass dieser Ex meine neue Adresse rausfinden könnte, was ganz leicht beim Einwohnermeldeamt geht, denn das kann ich nicht verhindern. Dafür müsste eine Anzeige bzw. Verfügung gegen ihn vorliegen. Ich will ihn aber nicht anzeigen weil er psychisch labil ist und ich die Folgen nicht absehen kann, er hat wirklich schon verrückte Sachen gemacht, ich habe echt Angst dass er dann irgendwas Unüberlegtes tut. Als ich die Polizei anrief als er vor meiner Wohnung lauerte schon seit ein paar Stunden, meinten die auch, man könne da nichst tun solang er nicht versucht in die Wohnung zu kommen oder irgendwas gegen ihn vorläge. Danke deutsches Rechtssystem!

3. Ich hasse die Atmosphäre in Diskos, ich fühle immer die Pflicht und den Drang mich schön zu machen und sexy aussehen zu müssen, obwohl ich vergeben bin und eigentlich einfach nur tanzen gehen wollen sollte. Wenn ich Männer abweise passiert es oft, dass sie mich beschimpfen als "Schlampe" oder Ähnliches. In vielen Diskos wurde ich auch schon angegrabscht oder aufdringliche Männer ließen sich nur schwer abwimmeln- und das obwohl ich wirklich sehr direkt bin und eindeutig: "ich hab kein Interesse", "lass mich in Ruhe" oder "ich bin vergeben", "ich tanze lieber allein" etc etc.

4. Mir wird ständig von Männern die Tür aufgehalten und gewartet bis ich hindurchgehe, das nervt mich immer total weil ich nicht gern als erstes geh.

5. In einer Diskussion mit meinem Freund stellte ich fest dass er anscheinend auch der Meinung sei, dass man Vergewaltigungen verhindern könne bzw. durch seinen Kleidungsstil oder sein Verhalten provozieren, da ja auch mehr Frauen vergewaltigt würden die sexy seien uns sich provokant kleideten und riskante Dinge tun. o.O

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21.11.2013 5:36

meine mutter hat mir neulich erzählt, wie sie mal von einem fremden spät abends auf dem heimweg von einem konzert begrabscht worden ist.

damals war sie etwa 22 jahre alt und frisch mit meinem vater zusammen. die beiden waren zusammen unterwegs, hielten sich bei der hand. mein vater ist eher klein und nicht sehr muskulös gewesen. plötzlich kamen drei jugendliche lachend auf sie zu, erst einmal unauffällig, bis einer von ihnen meiner mutter im vorbeigehen urplötzlich in den schritt fasste. danach liefen alle drei lachend und johlend davon.

heute ist meine mutter 53 jahre alt und dieser übergriff beschäftigt sie immernoch.

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21.11.2013 4:14

Ich bin trans. Ich habe Brüste und eine Vagina, aber für mich ist es selbstverständlich, dass ich mich als Mann fühle. Ich bin es einfach und ich meine, dass Menschen das akzeptieren sollten. Aber sie tun es nicht, weil ich meine Genitalien nicht operieren möchte. Ich habe Angst vor Operationen, außerdem finde ich nicht, dass ich einen Penis brauche, um ein Mann zu sein. Deswegen nehmen meine Mitmenschen meine Transsexualität nicht ernst, tun sie als Hirngespinst ab, oder unterstellen mir, ich könne es gar nicht ernst meinen, sonst würde ich mich ja operieren lassen. Das sei halt so, wer trans sei, habe nichts Sehnlicheres, als den Wunsch zur OP. Das hätten sie so gelesen. Sagen interessanterweise meistens heterosexuelle Cis-Männer. Verdammte Geschlechterklischees :(

Wie gesagt, ich bin gar nicht ärgerlich, wenn mich Unbekannte als Frau bezeichnen, weil sie sehen, dass ich Brüste habe. Sie können es, wenn sie mich kennen, ja nicht wissen, dass sie falsch liegen. Aber wenn Menschen, denen ich deutlich gesagt habe, als welches Geschlecht ich mich empfinde, meine Selbstdefinition nicht ernst nehmen, übergehen, und mich kleinreden, nur weil ich mich verdammtnochmal nicht an den Genitalien operieren lassen will, dann ist das schwer zu ertragen.

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20.11.2013 12:30

die erfahrungen in der boulderhalle, die "leiderschonwieder" beschreibt, hab' ich auch zig mal erlebt. Besonders freu ich mich dort regelmäßig, wenn diese Macker "zusammen" (d.h. gegeneinander) trainieren und dann einer ne route nicht beim ersten mal schafft und dann einer der "kumpels" sagt: "eyyy, du pussy! So wird das aber nix, was is'n mit dir los?!", während ich einfach einen Meter daneben stehe.
Letztens auch erlebt: Ich mach' eine route in einem relativ hohen schwierigkeitsgrad, unten stehen drei typen, die offensichtlich neu in der halle und auch in dem sport sind und beobachten mich (fast gaffend). Sagt einer zu den anderen "Boah. Siehste, das ist der Grund, warum männer einfach nie so gut klettern können, wie frauen: die sind einfach viel beweglicher!" Ja, genau. das wird schon bei der befruchtung durch die x- und y-chromosomen festgelegt, wie meine hand-fuß-koordination mal später wird. hat sicher nix mit training und anstrengung zu tun, nein - es muss an meiner biologie liegen und gleichzeitig die entschuldigung für männliches nicht-können sein. Wie es eben grad passt - später dann, wenn sie besser im training sind, ist ein männlicher fail dann halt "pussy-klettern".
kann boulder- und kletterhallen inzwischen wirklich nicht mehr leiden und gehe auch bei niedrigeren temperaturen fast nur noch draußen klettern - oder ganz früh vormittags, wenn die meisten dieser bei-12°C-oben-ohne-prolls noch was anderes zu tun haben.

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19.11.2013 1:43

In der 10. Klasse sollten die Schüler/innen ein Praktikum machen. So kam es, dass ich Bewerbungen schrieb - auch mal am Wochenende bei meinem Großvater, mit dem ich mich sonst immer gut verstand. Er wollte sich, als ich fertig war, mal anschauen, was ich geschrieben habe. Und teilte mir dann, freundlich gemeint (aber dennoch nicht besser) mit: "Die Anrede solltest Du noch dringend ändern! 'Sehr geehrte Damen und Herren', das geht doch nicht, das ist viel zu lang! Die Anrede richtet sich doch nur an den Chef, also schreib 'Sehr geehrter Herr!', das reicht." Das Geschlecht des/der Verantwortlichen war übrigens zu dem Zeitpunkt nicht bekannt. Zum Glück bin ich bei meiner eigenen Formulierung geblieben, denn es war tatsächlich - trotz dem Klischee nach eher "Männerberuf" - eine Frau. Die hätte mich, hätte ich wirklich nur "Sehr geehrter Herr!" geschrieben, wohl eher nicht zum Vorstellungsgespräch eingeladen.

Auch bei anderen älteren Menschen habe ich einige Male erlebt, dass sie gewohnheitsgemäß sexistische Denkweisen besitzen und diese auch kaum loswerden. Wenn ich bei der Familie meines Freundes eingeladen bin und es Familienfeiern gibt, sehe ich es auch immer wieder. Die Frauen werkeln in der Küche und decken den Tisch, die Männer räumen Tischen und Stühle herum. Wenn zum Aufstellen der Möbel aufgerufen wird, heißt es auch immer "Wir brauchen jetzt mal ein paar starke Männer!" Wenn ich mich dann melde, reagieren alle irritiert. Dabei nehme ich an, solche körperlichen Arbeiten noch besser hinzubekommen, als der körperlich eingeschränkte 80-jährige Großonkel mit Krücken. Aber auch dem traut man das wohl eher zu, als mir - weil er ein Mann ist. Aus diesem einzigen Grund.

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16.11.2013 20:49

Ich bin 15 Jahre alt und fahre jeden Tag mit dem Bus in die Schule.
Letztens hatte ich ein Strickkleid mit Strumpfhose und Stiefeln an, bin in den Bus eingestiegen und auf der anderen Seite saß ein Mann der mich angestarrt hat und sexuellorientierte Gesten mir gegenüber gemacht hat.
Ich finde es einfach nur widerlich und eklig.
Ich kann nur sagen, dass solchen Männern die Augen ausfallen sollten!

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13.11.2013 20:28

-wenn vergewaltigung und sexualisierte übergriffe entweder als "sex-skandale, grapsch-überfälle" bagatellisiert werden oder in den bereich der unveränderlichen, allgemeingültigen biologie ("triebtäter") geschoben werden - es geht dabei um angelernte prozesse - um gesellschaftliche normen und vor allem um macht - nennt die dinge endlich beim namen, scheiss boulevardzeitungen!

-wenn in anarchistischen projekten (die sich gern mit labels wie pro- feministisch, antihomophob, anti-lookistisch etc. schmücken) dann erst wieder nur die typen labern, und sich kein einziges mal mit ihren privilegien auseinandersetzen - es ist eben einfacher, mal schnell einen button anzustecken und symbole wo ranmalen oder ein tütü anziehen, als mehrere texte zu dem thema lesen und sich länger als eine stunde damit zu beschäftigen...

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13.11.2013 20:12

Ich hab schon öfter hier gepostet, irgendwie tut es gut aber gleichzeitig macht es mich extrem wütend, wenn ich die anderen beiträge lese, in welcher scheissgesellschaft leben wir?

-in der Boulderhalle, in die ich immer klettern und trainieren geh, gibts viele möchtegerns, respektlose oben-ohne-macker die sich selbst so geil finden aber dann trotzdem glauben, andere menschen, nein frauen*, stehen zu ihrer unterhaltung und bewertung zu verfügung...zum kotzen!!! Ich leben genderqueer, d.h. nicht auf ein geschlecht festgelegt, und hab sehr haarige wuschlige beine und einen kürzeren haarschnitt und bin muskulös. Das alles bringt das kleinkarierte weltbild der typen ins wanken: sie schauen mir beim gewicht heben zu und kichern blöd oder meinen leise, aber so dass ich es doch höre, "da gibts eh nix zum schauen, bei manchen frauen" - fickt euch echt!!! Aber ja, wahrscheinlich sind diese winzigen härchen an den beinen so angsteinflößend :-)
Außerdem klettere ich besser, weil ich oft hart trainieren geh und nicht aus irgendeinem mysteriösen grund (die "ausnahmefrau").

- wenn männlich sozialisierte freunde oder mein vater meinen, mir ungefragt die welt erklären zu müssen. Noch dazu themen, von denen sie keine ahnung haben. In der annahme, dass ich nix davon weiß. Bei anderen typen sind sie respektvoller und zurückhaltender, eher so ein gegenseitiges abchecken, wer wieviel macht hat. Extrem beschissen und alltäglich.

-es gibt mittlerweile überall beispiele, wie sich internetpornographie (und zwar nicht die aus den 80ern, die wo gewalt und menschenverachtende herabwürdigung als sexy dargestellt werden) und sexistische werbung und körperbilder auf sehr junge menschen einwirken: mein erschreckendstes erlebnis war eindeutig eine gruppe 9-12jähriger, die sich im bus drüber unterhielten, dass man "eine frau prinzipiell vergewaltigen kann, dass sie einen kennen, der das schon gemacht hat" und von dem typen sprachen sie, als ob er besonders mächtig und cool ist.
Ich bin halb eingefroren. Niemand hat irgendwas gesagt, alle schauen weg.

-in der kfz-werkstatt, wo ich auf meine fragen, die durchaus fachjargon enthalten (kenne mich recht gut mit kfz technik aus), erstmal lange angelächelt werde oder komplett erstaunt reagiert wird. (Oh gott!!! Eine frau!!! Die sich mit autos auskennt!!!!) back to the 1950s.

-allgemein das gefühl, teilweise im (unpolitischen teil des) freundeskreis kein verständnis oder interesse für themen wie sexismus, rassismus etc. anzutreffen, auch frauen* meinten schon mal: aber frauen*räume diskriminieren männer* ja, genau.

-zwei engere freunde von mir schließen mich jedes mal komplett von der unterhaltung aus, wenn es um it-technologie und irgendeine software geht. Klar, ich hab dazu nix zu sagen, mich interessiert es nicht, aber selbst wenn ist das einfach ein arschverhalten. So als ob ich luft wär. Und dabei wissen sie nicht mal, ob es mich interessiert oder nicht.

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13.11.2013 1:02

Nochmal, weil vergessen:

Dass mein Freund mir anbietet, mich nach dem Duschen einzucremen/zu massieren, ich das Angebot erfreut annehme und mich dann nicht entspannen kann, wenn er mir (nach Nachfrage, ob das okay ist und Ja von mir) auch Oberschenkelansatz und Po eincremt, weil ich Angst habe, dass er gleich irgendwohin grabscht, wo ich das nicht will oder die Situation falsch auslegt.
Dass ich auf erstaunte Nachfrage, was denn ist und ob ich lieber doch nicht will, anfange zu weinen und mir jetzt erst auffällt, unter was für einem Druck ich jedes Mal stehe, wenn ich in irgendeinem Kontext mit irgendeinem Mann vertraulicher werde. Dass ich die Grenzüberschreitung erwarte und fürchte und mich wappne; dass ich Situationen, die ich an sich genießen würde, nicht genießen kann, weil ich mich ständig darauf einstelle, dass man mich versucht weiterzudrängen.
Und dass diese Angst so groß ist, dass sie auch bei einem Menschen greift, bei dem ich in dieser Hinsicht sechs Monate lang nichts außer Respekt und Achtung erfahren habe.

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13.11.2013 0:39

Mein Vater, der mir als Kind, als ich allein mit ~5 durchs Dorf zum Milchholen wollte, so lange und so bedrohlich eingeschärft hat, dass ich ja niemals zu irgendwelchen fremden Männern ins Auto steigen darf, dass ich mich danach nicht mehr getraut hab, zu gehen - obwohl ich mich vorher noch gefreut hatte.
Der gleiche Mann hat versucht, mich in Mathe zu fördern, weil bei mir eine sprachliche Hochbegabung festgestellt wurde und er das "ausgleichen" wollte - dabei hat er meine Grenzen so massiv überschritten, dass ich zwei Jahre nicht mit ihm reden wollte und immer noch Angst vor ihm habe.
Er hat meine Mutter regelmäßig zusammengeschrien.
Er meinte irgendwann aus heiterem Himmel zu mir, ich solle bloß nicht auf die Idee kommen, zu heiraten und damit ausgesorgt zu haben und mich darum nicht um meine Ausbildung scheren - gut gemeint, aber es hat mich völlig schockiert, dass er denkt, ich hätte so etwas vor.

Die Kinder in meiner Grundschule, die mich ausgelacht haben, als ich mit mit einem Asylbewerberjungen aus Serbien angefreundet hatte, den keiner sonst mochte, und ihm mit den Aufgaben geholfen habe - "E.s Pimmel steckt in Z.s Scheide".
Dass ich generell so früh so seltsam geprägt war, dass ich einerseits durchaus über Libido verfügte und das andererseits für schmutzig und primitiv hielt, und mich für widerlich, hässlich und darum nichts anderes als zu Recht lächerlich gemacht, wenn ich irgendwem gegenüber Annäherungsversuche machen würde oder auch nur auf seine/ihre eingehen.

Dass ich mich, seit ich denken konnte, über weibliche Stereotype und die abfällige Behandlung aufgrund ebenjener aufgeregt habe und krampfhaft versucht habe, nicht so zu sein. Was dann dazu führte, dass ich Sex hatte, obwohl ich ihn nicht wollte, weil ich das Klischee von der Frau, die nie will, nicht leiden konnte (und wenn ich wollte, dann wollte ich durchaus - das gab es auch und nicht zu wenig) und Angst vor Ablehnung, Wut oder Enttäuschung hatte.

Dass ich mit dreizehn im Urlaub vom Angestellten eines Hotels die ganze Zeit angegraben und belästigt wurde und nicht wusste, wie ich ihn loswerden konnte oder auch nur, dass ich das durfte und kein schlechter Mensch war, wenn ich ihm etwas versagte.

Dass ich letztes Jahr meinen Job verloren habe, weil ich nicht mit meinem Chef schlafen wollte - und danach noch versucht hab, ihn zu verstehen und auf ihn einzugehen, ihm meine Situation und das Gefühl von Bedrohung und Ausgeliefertsein zu erklären.
Dass ich darüber in einem mir lieben Forum geschrieben habe, um mich auszuheulen, und eine Antwort darauf war: Da hast du was gelernt - fraternisiere niemals mit deinem Chef, was glaubst du eigentlich, wie naiv das war [seine Einladung zu sich anzunehmen].

Dass ich immer noch glaube, ich muss alles machen und dass mich Aktivismus, Studium, psychische Störung und der Versuch, mein Leben irgendwie hinzubekommen, immer noch nicht entschuldigt, wenn ich keine perfekte Hausfrau bin, mich nicht um alle kümmere, nicht undankbare Aufgaben übernehme.

Dass ich nicht zulassen kann, dass mir jemand etwas abnimmt, weil ich mich dann sofort für unfähig halte.

Dass ich mich dafür schäme, dass meine Begabungen im sprachlichen und zwischenmenschlichen Bereich liegen - ich bin ein verdammt guter und einfühlsamer Coach, habe ein eidetisches Gedächtnis und lerne unglaublich schnell Fremdsprachen; außerdem kann ich gestochen scharf formulieren und diskutiere jede*n in Grund und Boden - weil das ein Frauenklischee ist und ich zeigen will, dass nicht jede dem Klischee entspricht, es hier aber einfach nicht kann.

Dass ich gerade merke, wie sehr ich Misogynie internalisiert habe.

Dass ein Sänger, den ich mal mochte, eine Werbung gemacht hat, die mich nervte, ich das ansprach und seine Antwort (auf einem öffentlichen fb-Profil) war: "Mädel, dich muss doch nur mal einer ordentlich durchnehmen."

Dass ich mich hintanstelle, um gemocht zu werden. Immer, immer, immer.

Dass ich mich gestern über das "In Mathe bin ich Deko"-Shirt bei Otto aufgeregt habe und mein Freund meinte, das hätte nichts mit Stereotypen zu tun, sondern damit, dass Mathe nicht zu können generell cool sei. Und dass ich Kämpfe von früher unnötigerweise nochmal kämpfen würde - schließlich könne man Probleme auch wieder herbeireden.

Dass ich mir von alten weißen Männern erklären lassen muss, was mich zu stören hat und ab wann es gerechtfertigt ist, dass mir eine Äußerung wehtut - und ab wann ich sschlucken muss, schlucken und den Mund halten und lächeln, weil ich ja sonst übersensibel bin und weil mein Schmerz und meine Grenzen niemanden interessieren.

Und dass ich von Frauen auch keine Hilfe erwarten kann.

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11.11.2013 16:01

Kleiner Schriftwechsel mit einer regionsansässigen Zeitung...mich regt schon seit Jahren auf, dass mindestens 30-40% der Fotos einer Veranstaltung aus halbnackten animierenden Tänzerinnen (und Tänzern) bestehen muss....habe die Namen mal weggemacht.. ich finds einfach nur peinlich...




An: redaktion@.de <redaktion@>
>
>
>
> Sehr geehrte Damen und Herren,
> können Sie mir sagen, warum der Fotograf der After Work Partys im ....
> immer so viele Fotos von den halbnackten Tänzerinnen und Tänzern machen
> muss???
> Interessiert wahrscheinlich nur den Fotografen selbst.... ich will doch
> die Fotos von Besuchern sehen und nicht von den Gogos...
> von den 25 Fotos waren 10 davon von den Gogos..
> Mit freundlichen Grüßen
>
>
>
>
>
>

Liebe

der Fotograf hat die Serie so für uns fotografiert, wie wir es bestellt
haben. Wir wollen Fotos von der veranstaltung - eben die GoGos und von den
Besuchern.



Mit freundlichen Grüßen
......


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10.11.2013 18:52

Ein Türsteher hat mir im Notausgang in den Ausschnitt gefasst.

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