Wofür diese Seite gut ist

Hier werden Erlebnisse zu Sexismus, Homo-, Queer- und Transfeindlichkeit und zu Rassismus, Klassismus und Ableismus, den Frauen erleben, gesammelt. Das können Kleinigkeiten sein, die sich wie Alltag anfühlen oder sexualisierte Übergriffe und Gewalt, Sachen, die euch lähmen oder aufregen, die euch nerven oder stören. Sexismus ist keine Bagatelle, sondern ein ernsthaftes Problem, das wir nicht akzeptieren wollen.


Triggerwarnung: Im Folgenden finden sich Beschreibungen sexualisierter Gewalt, die nicht eigens gekennzeichnet sind.

11.06.2013 16:06

Gestern, auf dem Rückweg vom Mittagessen mit einer Freundin gehe ich an einem Mann vorbei (den ich im ersten Augenblick gar nicht wahrgenommen habe) und höre plötzlich hinter mir einen Stimme die sagt "Sie haben schöne Brüste..." ich ignoriere den Mann, gehe weiter Richtung Ampel und hoffe das es bald grün wird. Da redet er weiter "Wie wäre es mit einem Getränk? Es wird Ihnen sicher bei mir gefallen..." Bähhh mir wurde richtig schlecht!

Ich hatte Angst mich umzudrehen obwohl es mitten am Tag war weil ich befürchtet habe dass ich ihm dadurch irgendwie signalisieren würde, dass ich interessiert wäre. Ich hätte auch gar nicht gewusst was ich erwidern sollte - ich bin leider überhaupt nicht schlagfertig. Zum Glück bog er dann in die Seitengasse ein, als ich über die Straße ging.

[Vergewaltigungsmythen entfernt]


10.06.2013 11:49

Sind Pfadfinder hoffnungslos altmodisch? Die Pfadfindergruppen in unserem Ort haben jedenfalls folgende Sippennamen: "Bienen" für die Mädchen, "Mammuts" für die Jungen. Bleibt nur zu hoffen, dass die lieben Mädchen dann auch mal so fleißige Hausmütterchen werden wie die Bienen...


9.06.2013 23:00

Das ich wenn ich mich mit Männer unterhalte ständig überlegen muss, wie ich meine Brüste verstecken (Mappe, Journal...vorhalte) um diese widerlichen Blicke nicht mehr ertragen zu müssen.


9.06.2013 22:01

Heute nachmittag habe ich folgende Szene beobachtet:

Zwei junge Männer und zwei junge Frauen saßen im Auto, einer der beiden hat sich mit der Frau (vermutlich seine Freundin) wohl gestritten. Er fing an, sie zu bedrängen, fasste sie grob an, woraufhin sein Freund ihn halbherzig davon abzubringen versuchte (Arm auf die Schulter legen und "Hey, lass sie mal in Ruhe"). Er packte sie am Arm, an der Schulter, woraufhin sie auszuweichen versuchte, schließlich packte er sie am Hals und drückte sie ans Auto. Als sie sagte, er solle sie nicht mehr anfassen, schrie er sie an mit einem "Was, fass mich nicht an, fass mich nicht an? Ich fass dich an, wenn ICH das will!".
Aufgrund des unglaublich aggressiven Verhaltens dieses Mannes und der meiner Meinung nach viel zu passiven Versuche seines Freundes und des anderen Mädchens hatte ich Angst, einzuschreiten und damit zur Zielscheibe zu werden. Daher habe ich mein Handy rausgeholt, in Bereitschaft die Polizei zu rufen. In dem Moment, wo ich von der Bank aufgestanden bin, um diesem Typen mit der Polizei zu drohen.
Das Mädchen konnte sich schließlich losreißen, ohne dass der Typ handgreiflich wurde und die beiden Frauen stiegen in ein anderes Auto. Der Typ schrie die andere Frau an, sie solle doch SEINE Autotür zumachen, die sie offengelassen hatte. Zu meinem Entsetzen tat sie dies tatsächlich, bevor sie losfuhr. Der Typ konnte es sich nicht nehmen lassen, hinterherzufahren, stark zu beschleunigen und erst knapp vor einer Kollision mit dem Auto der Frauen abzubremsen, bevor er in eine andere Richtung fuhr.

Das alles ereignete sich am hellichten Tag in einer deutschen Großstadt. Ich habe zu dem Zeitpunkt in unmittelbarer Nähe leider keine anderen Passanten beobachten können, da ich zu schockiert davon war, was sich gerade abspielte. Davor liefen jedoch ständig Jogger oder Hundehalter vorbei, sodass ich nicht glauben kann, dass ich die Einzige war, die diese Szene mitbekommen hat, zumal es auch wirklich laut wurde.

Ich bin immer noch erschüttert und hoffe für die Frau, dass sie es schafft, so einen Dreckskerl abzuschießen.



9.06.2013 15:31

Ich studiere katholische Religionslehre. Vor kurzem erklärte eine Dozentin in einem Seminar, dass ich alle Werte, die ich meinen Schülern einmal beibringen soll, direkt aus der Bibel ableiten können muss.
Daraufhin habe ich mich zu Wort gemeldet und gesagt, dass ich das z. B. beim Thema Homosexualität und Gleichberechtigung der Frau etwas problematisch finde.

Die Dozentin legte mir daraufhin nahe, meine Studienwahl noch einmal zu überdenken.

Ich frage mich nach diesem und ähnlichen Erlebnissen immer mehr, was Theologie an Universitäten verloren hat....


9.06.2013 15:19

Ich war vor nicht allzu langer Zeit mit einer guten Freundin in einem Club. Sie ging zur Theke, um uns etwas zu Trinken zu besorgen. An der Theke saß ein Typ, der ihr eindeutig zu nah kam und ihr "I want to see you naked." ins Ohr flüsterte. Sie ist ziemlich schüchtern, sagte nichts und kam nur so schnell wie möglich zurück zu mir und erzählte mir davon.

Den ganzen Abend behielt der Typ sie im Auge und immer, wenn sie in seine Richtung schaute, grinste er sie ekelhaft an. Sie zeigte sehr deutlich, dass sie das nicht wollte.

Irgendwann ist mir der Kragen geplatzt und ich bin zu dem Typen hingegangen und habe ihm gesagt, dass er doch jetzt sehr wohl gemerkt habe, dass meine Freundin das nicht wolle und er sie jetzt bitte in Ruhe lassen und nicht so respektlos sein solle. Daraufhin sagte er entschuldigend zu mir, ich sei ja wirklich auch ganz hübsch aber er stünde nunmal auf meine Freundin. Er dachte, mein Problem sei, dass ich mich von ihm zurückgesetzt fühlte. Ich hab mich daraufhin einfach rumgedreht und bin gegangen.

Er kam mir hinterher und fing an, meine Freundin massiv zu bedrängen, bis sie ihn schließlich anbrüllte und in seine Schranken wies.

Er setzte sich wieder an die Theke, aber immer, wenn meine Freundin in seine Richtung blickte, machte er mit seinem Finger am Hals "Abmurks"-Gesten.

Wir haben ihn dann schließlich von einem Mitarbeiter rausschmeißen lassen und uns später nach Hause bringen lassen, weil wir Angst hatten, er könnte uns noch irgendwo auflauern.

Besonders krass war, dass ein Bekannter von uns am nächsten Tag überall rumerzählte, dass meine Freundin dem Typen erst schöne Augen gemacht habe und ihn, als er darauf einging, dann rausschmeißen ließ...


9.06.2013 15:07

Ich rasiere mir seit ein paar Wochen nicht mehr die Bein- und Achselhaare. Warum? Weil ich keine Lust dazu und außerdem empfindliche Haut habe, die mit dem ständigen Rasieren nicht so gut klarkommt.
Ich habe vielen Freundinnen davon erzählt und stoße bei den meisten von ihnen auf totales Unverständnis und auf Ekel. Aber was bitteschön ist an Haaren ekelhaft?
Viele erzählen mir dann, was für tolle Ergebnisse sie beim Sugarn und Waxen und was auch immer bekommen hätten. Gut, man zahle dafür um die 80 Euro und es würde schon höllisch weh tun, aber es würde sich total lohnen. Für was denn bitte?
Und warum ist es so schwer zu akzeptieren, dass es Frauen gibt, die diesen perfiden Modetrend, der der Kosmetikindustrie Unmengen an Geld einbringt und die Frauen absolut abhängig macht, nicht mitmachen wollen?
Ich finde es wirklich bestürzend zu sehen, wieviel Mut und Kraft es kostet, sich gegen dieses bestehende Schönheitsbild durchzusetzen. Da es bis jetzt sogar bei meinen besten Freundinnen so schwierig war überhaupt ein wenig Verständnis zu bekommen, habe ich mich noch nicht getraut, mich in der Öffentlichkeit und besonders vor Männern dazu zu bekennen.
Aber ich kann mir einfach nicht mehr vorstellen, mich zu rasieren, obwohl meine Haut darunter leidet und dafür einfach unglaublich viel Zeit drauf geht, die ich gerne anders nutzen möchte.


9.06.2013 15:05

Zwei Jurastudenten, die ich kenne, in der Straßenbahn:
"Also wie der x immer sagt: wenn Frauen nein sagen, meinen sie ja"

Oooder sie meinen nein und ihr solltet nicht in den Modus fallen, zu versuchen, ihr eure Bedürfnisse rücksichtslos aufzudrängen.


9.06.2013 14:55

Mein Vater, der immer, wenn ich mich gegen seine körperliche Übergriffigkeit zur Wehr gesetzt habe, gesagt hat: "Dein zukünftiger Mann tut mir jetzt schon leid."


9.06.2013 14:53

als ich gestern von einer party nach hause laufen wollte, fuhren keine bahnen mehr. wir haben straßenbahnen in meiner stadt, aber die letzte fährt gegen 1h, unter der woche gibt es dann keine öffentlichen verkehrsmittel, mit denen man nach hause kommt, am wochenende nachtbusse, die viermal fahren - aber zum beispiel nicht zu mir nach hause.

ich lief also nach hause, eine strecke von 2km, an der straßenbahnlinie entlang.
der erste typ sprach mich an der haltestelle an, wo ich sonst einsteigen würde.
er hat mich gefragt, wann der mcdonalds aufmacht. und fing an, neben mir zu laufen. ich hab ihn ignoriert, er hat die frage noch zweimal gestellt, weiterhin neben mir. - der macces ist in die andere richtung.
"seh ich so aus, als wollte ich mit dir reden?" - ich hab ihn dabei nicht angesehen.
"bist du so eingebildet? du siehst nicht so aus, aber..." er schnalzt abfällig mit der zunge.
es waren viele leute unterwegs und er ist umgedreht.
eingebildet. das ist es ja. genau so sehen die das. ich finde es nur unhöflich von mir, aber er eingebildet - als überschätzte ich meine eigene bedeutung, wenn ich beschließe, mich nicht anquatschen zu lassen.

an der nächsten station spricht mich ein anderer typ an und läuft kurz neben mir, gibt aber schnell auf und lacht.

auf dem weg zur nächsten station läuft ein typ schräg hinter mir. es macht mich nervös, weil er relativ nah hinter mir läuft. ich laufe mal schneller, mal langsamer. er passt sein tempo immer an und bleibt anderthalb meter schräg hinter mir, dass ich ihn am rande des sichtfeldes sehen kann. nach mehreren hundert metern, wir sind fast an der nächsten station, wo auch eine bar ist und leute sind, fragt er mich nach feuer. hab ich nicht, sag ich. er bleibt schräg vor mir stehen.
ich sage: im übrigen kannst du bitte aufhören, mir so an den fersen zu hängen. geh bitte vor mir. ich will dich nicht im rücken haben, ich finde das irritierend.
er schaut mich missbilligend-irritiert an.
ich sage: ich mein es ernst, lauf. da ist der weg.
ich habe die stimme etwas gehoben, an der station gucken zwei jungs zu uns rüber, aber wieder weg, als der typ leine zieht.
dabei schimpft er vor sich hin, aber ich kann die sprache nicht. der tonfall sagt jedenfalls, dass er sich sehr ärgert.
er läuft also schimpfend vor mir und ich hoffe, dass er nicht den selben heimweg wie ich hat.
noch an der station trifft er einen freund und sie bleiben stehen. ich wechsle die straßenseite. (was eben nicht ging, weil wir auf einer brücke waren)
sie unterhalten sich weiter hinter mir. scheiße. ich will nicht, dass dieser typ wieder hinter mir ist, schon gar nicht mit verstärkung.
ich biege kurz ab, obwohl ich eigentlich geradeaus müsste und warte hinter einer hecke, bis sie vorbei sind. weiter hinter ihnen laufen zwei jungs, die nach studenten aussehen (in die richtung sind wohnheime), der eine schiebt ein fahrrad.
ich laufe direkt hinter den jungs. die gucken sich nichtmal um.
wir überholen schließlich den typ von vorhin und seinen freund. ich bleibe dicht hinter den jungs, hinter mir höre ich den typen wieder schimpfen.
die jungs müssen durch eine unterführung vor meinem haus, die ich alleine nie nehmen würde. danach trennen sich unsere wege, ich renne die restlichen meter nach hause.


8.06.2013 22:02

Meine Mutter, deren Eltern zu wohlhabend waren als dass sie hätte Bafög beziehen können und daher auf die Unterstützung seitens ihrer Eltern angewiesen war. Diese waren aber der Meinung, dass frau nicht zu studieren braucht, da sie ja später ohnehin als Hausfrau von ihrem Mann versorgt werden würde. (Ihren beiden Brüdern finanzierten sie selbstverständlich das Studium). Sie trauert dieser verpassten Chance bis heute nach.

Mein Vater, der, während er meine Mutter kennenlernte keinen oder kaum Sexismus erkennen ließ aber sofort nach der Heirat unmissverständlich klarstellte, was er von seiner Ehefrau erwartete. (Haushalt, Kinder, keine Widerworte). Schlussendlich führte die Enttäuschung und der permanente Stress bei meiner Mutter zu einem postnatalen Trauma (fast ein Jahr stationärer Psychiatrieaufenthalt). Danach die Trennung, Zuspruch des Sorgerechts an meinen Vater. Dass sie meine Mutter ist, erfuhr ich erst als ich fünf war.

Der neue Mann meiner Mutter, der zwar im Haushalt hilft aber auch bräsig auf dem Sofa sitzt und sagt: "Jetzt biete mir doch mal was an!"

Bei meiner Stiefmutter das gleiche Spiel: Sie erledigt alles von Kinderbetreuung (Ich und zwei jüngere Geschwister) über Haushalt bis hin zu Büroarbeit für meinen Vater, der dadurch seinen Tag im wesentlichen mit Rauchen, Kaffeetrinken, Lesen und einigen Hobbies verbringen konnte. Als sein Geschäft (selbstständiger Wasserpflanzengroßhändler) schließlich pleite war, nahm er eine Stelle als Zeitungsausträger an. Ergebnis: Meine Stiefmutter durfte nach kurzer Zeit auch noch das übernehmen.

Vielen Dank für diese Seite! Die hier geschilderten Erlebnisse haben mir geholfen über meine eigene Sozialisation zu reflektieren und sexistische Denkmuster bei mir selbst auszumerzen.


8.06.2013 11:56

[Link entfernt]

hier ist ein ganzer thread zu lesen, in dem frauen als "fickschnitzel", "dorfmatratze" etc. bezeichnet werden, 11-12jährigen mädchen notgeilheit unterschoben wird, etc. - und es ging im eingangsposting darum, warum die öffentliche aufforderung, eine frau flachzulegen, von männern gemacht wird.
der ganze thread ist zum kotzen und voller trigger - und man liest mal so richtig wie kerle denken.


7.06.2013 21:10

Ein Artikel über eine Modeshow wird im Vice-Magazin mit "Die Glorie hervorblitzender Mädchen-Busen" betitelt.

Aus dem Text: "Der anfängliche Grant konnte dann endlich und endgültig durch das erste zögerliche Hervorblitzen schöner Mädchen-Busen besänftigt werden, von denen es mehr als genug gab. Vor allem das Thema Sporty Cocktail Dress on a Corsage war wie dafür gemacht, meine Busenobsession zu befriedigen und ließ uns fast auf die Mode vergessen."

Die "Mädchen" sind natürlich die weiblichen Models, also wer in der Kombination mit "zögerlichen Hervorblitzen" pädophile Untertöne wahrnimmt der sei wohl ein Schelm, oder ist einfach reflektierter als der/die Journalistin. Aber blöd rüberkommen tut es alle mal, genauso wie das nächste Satzkunstwerk: "Gratulation an Anna-Sophie Berger, die ihre bis dato beste Kollektion rausgefeuert hat und dazu nur alle Mädchen Wiens verheizen musste. "

Wenn ich die bejubelte Modemacherin wäre, ich würde mich ankotzen.


6.06.2013 19:19

Die diversen Male, wo ich beim Sportunterricht in der Schule (die eigentlich ja nicht nur Lernraum, sondern auch Schutzraum sein sollte) abfällige Kommentare von Jungs über meinen Körper (oder den meiner Mitschülerinnen) hörte oder sah.

Der Sportlehrer bzw die Sportlehrerin war meist dabei, ohne sich dafür zu interessieren.

Irgendwann habe ich dann die Teilnahme am Sportunterricht verweigert und mir zu diesem Zweck tatsächlich auch ein psychologisches Attest besorgt.


6.06.2013 14:43

Ich habe für einen Verein, in dem mein Man und ich Mitglied sind, eine neue Homepage erstellt. Lob für die Homepage und Vorschläge für weiterer Beiträge darauf wurden in Folge ausschließlich (!) meinem Mann zugesendet.


6.06.2013 8:33

An meiner Fakultät gab es über ein Jahr lang keine_n Gleichstellungsbeauftragte_n, weil niemensch bereit war, das zu machen (aus guten Gründen, ist an unserer Fakultät kein Spaß!). Als ich das erfahren hab', hab' ich mich zur Wahl gestellt, zusammen mit einer Bekannten (es werden immer ein_e Gleichstellungsbeauftragte_r und ein_e Stellvertreter_in gewählt). Wir haben über den StuRa Werbung gemacht, mit Flyern, Postern und all so einem Kram. In letzter Sekunde hat sich noch ein wissenschaftlicher Mitarbeiter aufstellen lassen, der keine Werbung gemacht hat (also im Gegensatz zu uns keine Ziele oder ein "Programm" veröffentlicht hat) und ganz neu an der Uni war, den also auch wenige kannten.

Auf der Facebookseite des Fachschaftsrates wurde die Frage gestellt, warum da zwei Frauen zur Wahl stünden, wo es doch um "Gleichstellung" ginge, da müsse doch das Geschlechterverhältnis 1:1 sein. Unnötig zu sagen, dass der Mann gewählt wurde, wobei die Wahlbeteiligung bei knapp 2 % aller Wahlberechtigten lag, was später auch in einer Sitzung von einem Dozenten dahingehend kommentiert wurde, dass die Wahlbeteiligung ja die Relevanz des Themas spiegele.

Da ich die zweithöchste Stimmenzahl hatte und somit Stellvertreterin wurde, setzte ich mich mit dem wiss. MA zusammen, um die Arbeit zu besprechen. Dabei war er sehr nett und offen, schien sich auch zur Wahl gestellt zu haben, weil er wirklich Interesse an einer Veränderung des Zustandes an unserer Fakultät hatte. Eine Weile lief dann alles so vor sich hin, vor ein paar Wochen trafen wir uns wieder, um uns auszutauschen.

Da die Stelle bis zu unserer Wahl lange vakant gewesen war, wurde sie nur bis zum Ende des Semesters ausgeschrieben, also quasi nur für eine halbe Amtszeit. Bei unserem Treffen fragte er mich, ob ich mich wieder hätte aufstellen lassen, was mich sehr überraschte, da bis zum Ende des Semesters noch fast fünf Monate Zeit waren. Er meinte dann, dass die Stelle bereits wieder ausgeschrieben gewesen sei, er wohl vergessen habe, mir das weiterzuleiten ("ausgeschrieben" heißt, dass es über einen Mitarbeiter_innen-internen E-Mail-Verteiler ging und irgendwo im hintersten Eck in einem Büro der Fakultät, in die nie jemensch muss, an einer Pinnwand hing - so viel zum Öffentlichkeitsprinzip) und die Frist nun leider schon vorbei sei. Ich konnte es kaum fassen.

Er bot dann noch an, nochmal im Wahlbüro nachzufragen, ob es eine Nachfrist geben könne, insbesondere, da er wohl der einzige war, der sich hatte aufstellen lassen, sodass sowieso die Stelle der Stellvertretung frei geblieben wäre. Ich fühlte mich völlig bevormundet, wie das kleine Mädchen, das Hilfe bei allem braucht - es war dieses "ich kläre mal ab, ob WIR da noch was machen können, damit DU Dich doch noch bewerben kannst, weil ICH ja auch eine Stellvertretung brauche"... vielen Dank auch, das war mein letzter Versuch, in solchen (Uni-)Strukturen irgendwas zu machen.



6.06.2013 0:49

Beim durchlesen der Erlebnisse vieler erinnere ich mich an ein unangenehmes von mir,
passiert letzten Sommer in den Ferien:

Ich war mit paar Freunden in einem Irish Pub, mein bester Freund war da und aber auch paar, die ein Jahr vor mir ihr Abi gemacht haben. Leider ist mein bester Freund früh gefahren, der Rest hat entschieden, noch ein wenig trinken zu gehen. Ich bin mit ihnen mit.
An einer Tankstelle haben wir uns mehr Alkohol gekauft und sind damit auf einen Spielplatz.
Alles war gut, ich war nur angetrunken, war bei bester Laune. An dem Tag trug ich ein Top mit etwas tieferen Ausschnitt. Im Laufe des Abends wurde einer der Jungs
(da war ich das einzige Mädel) auf mich aufmerksam. Sein erster Kommentar:
"Was steht da auf deinem Top geschrieben? Ich kann das wegen deiner fetten Titten nicht lesen". Wow, sollte das jetzt ein Kompliment sein? Es war sehr unangenehm,
ich weiß nicht mehr genau, was ich daraufhin erwidert hab. Danach hat er mich erst richtig genervt. Er stand immer sehr nah bei mir, sodass ich ihn schon mit dem Ellbogen beiseite schubsen musste, damit er mich nicht mit seinen Plänen bombadiert.
Der liebe Kerl hat nämlich ne Wohnung in der Nähe und würde sich freuen, wenn ich diese mit ihm alleine aufsuchen würde. Ich meinte Nein und es gibt genug Gründe dafür,
vor allem ist er mir schon im Irish Pub aufgefallen, als er wunderbar über paar Mädels in solchem Ton abgelästert hat, dass ich mich ernsthaft gefragt hab, ob er weiß, das ich anwesend bin! Nicht nur dass das Wort "Schlampe" viel, es wurde dreckig über die initimen Angelegenheiten der Mädels geredet (natürlich fanden es alle Anwesenden amüsant). Und klar, nachdem ich weiß, wie schnell er über Mädels, mit denen er oder andere Sex hatten, urteilt, hab ich umso mehr Lust, direkt mit ihm in die Kiste zu hüpfen!
Ein Nein hat er nicht verstanden. Ich bin ihm oft ausgewichen, aber selbst, als ich telefonieren war, ist er mir gefolgt und hat mich so dermaßen zugelabert (er hat sogar schon angefangen zu betteln), dass ich nicht verstehen konnte, was mir mein bester Freund am Ende der Leitung zu sagen versuchte. Dann, als wir wieder beim Rest standen, fragte er mich noch einmal, vor allen Anwesenden. Diesmal sagte ich lauter Nein, vielleicht fiel noch ein "lass mich in Ruhe" (es ist schon länger her), ich setze mich dann jedenfalls neben einer meiner Freunde hin, hab nach Schutz gesucht.
Niemand, wirklich niemand hat mich verteidigt! Niemand hat ihm gesagt, er soll mich in Ruhe lassen! Ich kam mir vor, als ob sie mich einen Test unterziehen würden, nachdem Motto : "Schlampe, Ja oder Nein?". Wenn ich jetzt darauf zurücksehe, merke ich, dass ich direkt am Anfang mich verteidigen hätte sollen, aber nein, ich bin ja oft zu nett und der Alkohol hat ja auch seinen Teil dazu beigetragen.
Später war der Typ weg mit paar anderen, ich wurde noch paar Mal mit Lacher an die Situation erinnert und aufgezogen, einer, der ihn gut kennt, meinte:
"Er macht gerade eine schwere Phase durch, er hat eine Trennung hinter sich".
NA UND? SOLL ICH JETZT SAGEN: " OCH DER ARME; DANN DARF ER MICH DOCH FICKEN!" GEHTS NOCH? Der Typ wird verteidigt, obwohl er mich belästigt hat und es wird versucht, an mein Verständnis zu appellieren.
Damals war es einfach nur sehr unangenehm. Heute würde ich es nicht mehr zulassen.
Es gibt auch Grenzen.

Ich habe einem gutem Freund, der an dem Abend nicht anwesend war, davon erzählt
und hab einfach mal aus Interesse gefragt, was er denn von mir denken würde,
wenn ich auf das Angebot eingegangen wäre- seine Antwort:
"Das kannst du dir ja wohl denken!"
Ja super! Cool, dann bin ich wieder die tolle Schlampe, über die sich alle das Maul zerreißen...dabei wäre meine eigentliche Funktion, den armen Kerl über seinen Herzschmerz hinweg zu helfen...
Muss ich diese Welt verstehen?


Als ich als Schülerin mein erstes Praktikum machen musste, schärften meine Eltern mir ein, ich solle immer fleißig und freundlich sein und auch Arbeiten machen, die ich "sehe", aber die mir nicht extra befohlen wurden, denn das mache einen guten Eindruck und später im Haushalt müsse ich das ja auch so machen und ein Mädchen dürfe sich nicht zu schade, sein, um auch mal z.B. einen Kaffee zu kochen.

Heute, nachdem ich schon in verschiedenen Betrieben gearbeitet habe, weiß ich, wie sich das "fleißige Bienchen-Syndrom", zu dem besonders Frauen erzogen werden, auswirkt:

Man wird oft und gerne ausgenutzt!

Während oft alle Männer an der unaufgeräumten Teeküche vorbeigehen, hält frau diesen Anblick einfach nicht aus und muss Abhilfe schaffen, denn sie darf sich ja nicht zu schade sein und frau muss ja auch mal nett sein und was für die Gemeinschaft tun und frau will ja einen guten Eindruck hinterlassen.

Nur, die KollegInnen gewöhnen sich dran, eine Bedienerin zu haben und bis der/die Vorgesetzte jemals nachfragt, wer denn die Teeküche immer so nett aufräumt, vergehen Jahrhunderte. Und wer mit Aufräumen und Kaffehinterhertragen beschäftigt ist, der scheint wohl keine wichtigeren Arbeiten zu haben und wird vielleicht auch gar keine bekommen.

Vielen Frauen ist vielleicht gar nicht bewusst, dass sie auch als Erwachsene noch in dieser "zum Dienen erzogen"-Falle stecken und viele Eltern erziehen ihre Töchter auch heute noch so.




5.06.2013 11:23

Als ich noch ein Teenie war und ich im Haushalt oder beim Kochen irgendetwas nicht richtig gemacht habe, hieß es immer: "Na, wenn du erst in XY zur Schule gehst, kannst du dich aber nicht mehr so anstellen..." Später, als ich besagte Schule besuchte (eine andere wär nicht in Frage gekommen), hasste ich alle Fächer, die mit Kochen und Hauswirtschaft zusammenhingen, denn die Lehrerinnen schauten einem dort ständig auf die Finger und wehe man machte irgendwas nicht so, wie sie es gesagt hatten. Das hat mir noch die letzte Lust am Kochen ausgetrieben. Meine Eltern bedauerten immer wieder, dass ich durch die Schule keine perfekte Hausfrau und Superköchin wurde, die zuhause tolle Menüs kocht und alle Räume in Rekordzeit blitzblank macht.
Ich habe die Schule nur durchgehalten, damit ich meine Reifeprüfung machen und mein Wunschstudium betreiben kann. Heute bin ich Studentin in einem sogenannten "Männerfach". Das sorgte natürlich allseits für Verwunderung...
Das Kochen überlasse ich hauptsächlich meinem Partner, der keine solche Schule durchlaufen hat, aber es einfach gerne tut. Und die liebe Familie meint: "Du würdest doch verhungern, wenn dein Freund nicht immer kochen würde." Ich werde gefragt, ob ich auch regelmäßig die Wohnung putze und die Bettwäsche wechsle, weil alle mutmaßen, dass unsere Wohnung aussieht wie ein Schweinestall, obwohl das gar nicht stimmt.


5.06.2013 0:01

dozent im seminar: wenn sie als frauen schon dieses seminar besuchen, dann sollte der notendurchschnitt aber wirklich besser sein.

gleicher dozent: ich erkläre ihnen das ... noch einmal, damit Sie nicht ganz un-be LECKT (Betonung auf der letzten Silbe) in die Prüfung gehen.

Seminar für die Deutsche Sprachwissenschaft, dessen Frauenanteil bei 70% lag


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